Wochenendporträt: Letzter Einsatz für die Prinzen

Fabio Dietz und Fabian Pfeiffer moderieren den Kinderfasching in Niederjossa

Niederjossaer Karnevalisten: Uwe Seel ist Sitzungspräsident und hört nach dieser Kampagne nach 21 Jahren Einsatz im Karneval auf. Fabio Dietz und Fabian Pfeiffer moderieren als Karnevalsprinzen den Kinderfasching (von links). Foto: Zacharias

Niederjossa. Fabio Dietz und Fabian Pfeiffer moderieren als Karnevalsprinzen den Kinderfasching in Niederjossa.

Fabio Dietz und Fabian Pfeiffer sind coole Jungs. Richtig coole Jungs, die nicht ständig beweisen müssen, dass sie über den Dingen stehen und vom Leben auf dem Dorf gelangweilt sind. Sie spielen Fußball beim SV Niederjossa, sie engagieren sich in der Jugendfeuerwehr und sie haben jedes Jahr am Sonntag vor Rosenmontag ihren großen Auftritt als Karnevalsprinzen beim Kinderfasching. Zum vierten und letzten Mal werden die beiden 15-Jährigen am 11. Februar ab 15.11 Uhr den Nachmittag moderieren, die einzelnen Gruppen vorstellen, für Stimmung sorgen und auch mal eine Polonaise anführen oder eine Runde Lutscher ausgeben, natürlich die zungenfärbenden – schließlich ist ja Karneval.

Die Karnevalsbegeisterung ist beiden sozusagen in die Wiege gelegt worden. Fabios Eltern engagieren sich beide im Jäscher Karneval, bei Fabian ist seine Mutter aktiv. Und natürlich waren beide als Kinder jedes Jahr mit dabei, als Cowboys, Polizisten, Ninja-Kämpfer und einmal auch als Krokodil.

Vor vier Jahren wurden sie dann gefragt, ob sie sich nicht vorstellen könnten, den Kinderfasching zu moderieren, und das konnten sie. Beim ersten Mal waren wir schon sehr nervös, gesteht Fabio. Auch jetzt seien sie noch etwas aufgeregt vor der Veranstaltung, „aber das geht schnell rum“, sagt Fabian. „Äußerlich merkt das keiner!“

Darauf sind sie schon ein wenig stolz. Und auch darauf, dass sie immer ein volles Haus haben. „250 Sitzplätze sind alle voll belegt“, erzählt Sitzungspräsident Uwe Seel, der froh ist über die Unterstützung der beiden Jungs, vor allem, wenn es darum geht, Orden und kleine Geschenke zu verteilen.

Den Text für ihre Moderation erarbeiten die beiden Jungs gemeinsam. Da setzen sie sich so eine Woche vorher mal zusammen für etwa eine Stunde und sprechen ab, wer was sagt und schreiben ihre Moderation auf Kärtchen.

Auch die Kostümierung entscheiden Fabio und Fabian gemeinsam. Im vergangenen Jahr fanden sie Geeignetes im Schrank von Fabios Vater – Teile seiner Bundeswehrausrüstung, die sie dann durch passende Hosen und anderes Zubehör ergänzten.

Und was tragen sie dieses Jahr? „Das verraten wir nicht“, sagt Fabian. „Vielleicht wissen wir’s auch noch nicht“, grinst Fabio. Das Niederjossaer Narrenvolk darf sich also überraschen lassen. Nur eines ist klar: Cool wird es sein, wie die beiden Jungs.

Auch wenn sie im kommenden Jahr den Kinderfasching nicht mehr moderieren werden, wollen sie dem Fasching treu bleiben. Uwe Seel würde sich freuen, wenn sie die Konfetti-Kanone in den Abendveranstaltungen übernehmen würden. Die hatte jetzt einige Jahre Pause, weil sich keine Nachwuchs-Kanoniere fanden. Fabio und Fabian könnten sich das gut vorstellen.

Und irgendwann sehen sie sich durchaus auch wieder als Mitwirkende auf der Bühne. Aber erst mal wollen sie einfach Fasching feiern mit ihren Freunden. „Aus Joss sind eigentlich alle Jugendlichen da, auch aus den anderen Dörfern“, erzählen sie. Denn Fasching ist Kult in Niederjossa – für alle Altersstufen.

Uwe „Till Eulenspiegel“ Seel tritt als Präsident ab

Seinen letzten Einsatz als Aktiver beim Niederjossaer Karneval hat auch Sitzungspräsident Uwe Seel. „Ich habe 1998 angefangen. 21 Jahre sind genug“, meint der überzeugte Karnevalist, der gerne im Eulenspiegel-Kostüm das Narrenvolk durch die Abende begleitet. Traditionelle gibt es in Niederjossa zwei Abendveranstaltungen, am Freitag und Samstag vor Rosenmontag. Auch beim Kinderfasching steht er auf der Bühne, gemeinsam mit den beiden Moderatoren. 

Auch bei Uwe Seel liegt die Liebe zum Fasching in der Familie. Und so hat er das Amt des Sitzungspräsidenten von seinem Schwiegervater Karlheinz „Sechser“ Nuhn übernommen, der als Rheinländer ein begeisterter Karnevalist war und vor mehr als 40 Jahren den Karneval nach Niederjossa importierte. Zuvor hat Seel unter anderem im TV-Team Fernsehsendungen parodiert. Das tut nun sein Sohn. Auch wenn er nicht mehr selbst auf der Bühne stehen wird, will Uwe Seel der Karneval in Niederjossa verbunden bleiben, dann aber eher im Hintergrund tätig sein. Es wird weitergehen Wer das Amt des Sitzungspräsidenten im kommenden Jahr übernehmen wird, ist noch nicht ganz klar. 

„Aber es wird sicher mit dem Karneval in Niederjossa weitergehen“, verspricht Seel. Sein Nachfolger wird auch von einem eingespielten und engagierten Team unterstützt werden, denn Karneval ist ein Gemeinschaftsprojekt, das nur von vielen gemeinsam gestemmt werden könne, ist Seel überzeugt. „Ohne all die guten Geister im Hintergrund, die sich um die Organisation, Speisen, Getränke und vieles mehr kümmern, ginge es nicht“, sagt er. Eine Erklärung, warum ausgerechnet die Markgemeinde Niederaula mit drei Großveranstaltungen in Kerspenhausen, Niederaula und Niederjossa und dazu noch einer kleineren in Kleba eine Karnevalshochburg ist, hat Uwe See nicht. „Wahrscheinlich sind wir einfach lustige Leut“, meint Nachwuchskarnevalist Fabian Pfeiffer. (zac)

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