Großübung auf der Autobahn

Einsatzkräfte sind gut gerüstet für den Ernstfall

+
Frieren im Schneetreiben: Sowohl für die Einsatzkräfte als auch für die Darsteller der Verletzten war das kalte, nasse Wetter eine Herausforderung.

Zu einer Großübung kamen am Samstagmorgen mehr als 200 Einsatzkräfte auf die Autobahn beim Hattenbacher Dreieck: Zu bewältigen war ein Busunfall mit vielen Verletzten und Toten.

Kirchheim – Ein Reisebus ist mit einem Kleinbus kollidiert, zusätzlich ist noch ein Pkw auf das Heck des Busses geprallt – Das war im Wesentlichen das Szenario einer Großübung der Polizeiautobahnstation Bad Hersfeld in Zusammenarbeit mit den Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) des Landkreises Hersfeld-Rotenburg am frühen Samstagmorgen auf der Lkw-Verbindung von der A7 auf die A5 am Hattenbacher Dreieck, die dafür komplett gesperrt war.

So fanden die mehr als 200 Einsatzkräfte der Polizei, der Rettungsdienste, der Feuerwehren, dem Fachdienst Brandschutz, dem Katastrophenschutz und der Notfallseelsorge in den drei Fahrzeugen fast 50 mehr oder weniger schwer verletzte und zwei verstorbene Personen vor, die von Profis beängstigend realitätsnah geschminkt worden waren. Insgesamt waren 280 Menschen an der Übung beteiligt.

Der komplette Rettungsablauf wurde simuliert

Dabei wurde der komplette Rettungsablauf simuliert von der Einstufung der Verletzungen durch die Notärzte von grün, unverletzt, über gelb und rot bis schwarz, tot, über Betreuung, Rettung, Versorgung, Feststellung der Personalien bis zum Transport in das Klinikum Bad Hersfeld. „Die Übung endet praktisch erst an der Tür zum OP“, erklärte Jörg Göbel, Sachbearbeiter Katastrophenschutz.

Bei der Großübung sollte das Zusammenwirken der verschiedenen Einsatzkräfte geprobt und analysiert werden, beginnend mit der Aufteilung vor Ort, über Koordination und Kommunikation bis zur klinischen Versorgung nach einem Massenunfall im Klinikum Bad Hersfeld.

Vorbereitet sein auf den Ernstfall: Zwei Busse und ein Pkw waren bei der Großübung der Bad Hersfelder Autobahnpolizei am Samstagmorgen am Hattenbacher Dreieck „verunglückt“. Bei meist dichtem Schneetreiben mussten die mehr als 200 Einsatzkräfte knapp 50 Verletzte retten und versorgen.

Erschwert wurde die Arbeit der Einsatzkräfte durch starkes Schneetreiben und Temperaturen nur knapp über dem Gefrierpunkt. Darunter litten besonders die „Opfer“, von denen die meisten nicht winterlich gekleidet waren und manchmal sogar auf nassen Tragen zu den Rettungsfahrzeugen transportiert werden mussten oder in dem neben dem voll gesperrten Bypass eilig aufgestellten Zelt auf ihren Abtransport warteten. Soweit möglich wurden dabei auch noch die persönlichen Daten der Verletzten ermittelt und auf einer Anhängerkarte notiert.

Das Szenario war gewählt in Anlehnung an den schweren Busunfall auf der A4 im Dezember 2014, bei dem fünf Menschen getötet, 13 schwer oder schwerstverletzt und 27 leicht verletzt wurden. Gleichzeitig diente die Übung mit vielen Verletzten auch als Vorbereitung für einen möglichen Ernstfall beim Hessentag.

Die Einsatzkräfte hätten ihre Aufgaben sehr gut gemanagt, bewertete Jürgen Gleitsmann, stellvertretender Leiter der Autobahnpolizei Bad Hersfeld, gegen Ende der Übung den Ablauf: „Zum jetzigen Zeitpunkt können wir ein sehr, sehr gutes Resümee ziehen.“

Weitere Fotos und ein von der Übung finden Si hier.

Kommentare