Gemeindevertretung

Aufstocken: Wohnraum auf alten Häusern schaffen

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Neuen Wohnraum schaffen durch Nachverdichtung – das soll auch in der Marktgemeinde Niederaula geschehen.

Zwei entsprechende Anträge lagen der Gemeindevertretung in ihrer Sitzung in Mengshausen jetzt vor.

Auch im ländlichen Raum gebe es zunehmend Probleme, neue Baugebiete auszuweisen oder vorhandene zu erweitern, erläuterte Bürgermeister Thomas Rohrbach. Bauanfragen würden immer wieder abgelehnt. Nachverdichtung sei deshalb ein probates Mittel, Wohnraum zu schaffen und junge Familien in der Gemeinde zu halten beziehungsweise sie nach Niederaula zu holen.

In den konkreten Fällen geht es um Aufstockungen auf bestehende Häuser, deren Geschosshöhe in den Bebauungsplänen aus den 1960er Jahren begrenzt wurde.

Im Bebauungsplan „An der Dudeseite“ in Mengshausen aus dem Jahr 1966 sind größere Dachausbauten nicht vorgesehen. Die Häuser dürfen bisher maximal zwei Geschosse haben, Dachgauben sind nicht erlaubt. Deshalb soll nun in einem beschleunigten Verfahren der Bebauungsplan so geändert werden, dass die Anzahl der möglichen Geschosse auf drei erhöht, die Vorgabe zur Dachneigung herausgenommen und Gauben erlaubt werden sollen. Ein Anwohner wolle das Dachgeschoss seines Hauses ausbauen und die Kosten des Verfahrens übernehmen, sagte Rohrbach.

Gegen dieses Vorhaben gab es jedoch auch Bedenken. Bei Anwendung der Globalberechnung kämen durch den Anstieg des Nutzungsfaktors dann höhere Kosten auf alle Anlieger zu, auch auf diejenigen, die ihre Häuser nicht erhöhen wollten, erklärte Markus Krug (BLN). Auch Sichteinschränkungen könne es geben. Bedenken äußerte auch Michael Köhl (BLN). Die Bebauungsplanänderung wurde schließlich von einer breiten Mehrheit quer durch die Fraktionen bei drei Nein-Stimmen und drei Enthaltungen auf den Weg gebracht.

Ähnlich war das Meinungsbild auch bei dem zweiten geplanten Bebauungsplan, der den westlichen Teil der Breslauer Straße im Gebiet „Am Hängeberg“ betraf. Hier will ein Anwohner ebenfalls sein Dachgeschoss ausbauen, jedoch soll das Haus dann ein Flachdach erhalten und nicht höher werden. Auch in diesem Bereich soll die Anzahl der möglichen Geschosse auf drei erhöht, die Dachneigung nicht mehr vorgeschrieben und sollen Dachgauben erlaubt werden.

Die veränderten Bebauungspläne werden nun öffentlich ausgelegt, um Anliegern und Trägern öffentlicher Belange die Möglichkeit zur Stellungsnahme zu geben.

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