50 Jahre Burg-Herzberg-Festival

Konzentriert auf die Musik: Jubiläumskonzert von Peter Hammill in Breitenbacher Kirche

Breitenbach/H. Der britische Sänger und Musiker Peter Hammill gab ein besonderes Konzert in der evangelischen Kirche von Breitenbach/H. zum Jubiläum des Burg Herzberg Festivals.

Mit lautem Jubel wird der schmale Mann mit den weißen Haaren und locker sitzender weißer Kleidung in der evangelischen Kirche von Breitenbach/H. empfangen. Die Aufmerksamkeit scheint ihm fast peinlich zu sein. Zügigen Schritts geht er nach vorne in den Altarraum, setzt sich an den Flügel und legt los.

Wuchtige Piano-Klänge und seine dunkle, kraftvolle Stimme erfüllen das Kirchenschiff. „So many years ago“ – Peter Hammill beginnt sein Konzert mit Liedern über die Vergangenheit. Er singt von seinen Erinnerungen – und davon, wie es war.

50. Bühnenjubiläum

Nicht nur das Burg-Herzberg-Festival fand vor 50 Jahren zum ersten Mal statt, auch Peter Hammill, der in diesem Jahr noch seinen 70. Geburtstag feiert, steht seit einem halben Jahrhundert auf der Bühne. Genug Grund also, für dieses ganz besondere Jubiläumskonzert, für das die schöne Breitenbacher Kirche den idealen Rahmen bildet.

Schon als Kind hatte Hammill begonnen, sich für Dichtkunst und später auch Musik zu interessieren. 1968 gründet er mit Chris Judge Smith die Progressive-Rock-Band „Van der Graaf Generator“. 1971 begann er seine eindrucksvolle Solokarriere, die bis heute andauert.

Peter Hammill macht keine Musik zum Nebenbeihören. Sein energiegeladenes Klavier- und Gitarrenspiel und vor allem seine literarisch anspruchsvollen Texte fordern volle Konzentration. Er singt sowohl von der dunklen Seite der menschlichen Seele, von Angst, Einsamkeit und Obsession, als auch von den ganz alltäglichen Problemen des Alleine- und Zusammenlebens, natürlich auch von Liebe und vom Verlassenwerden. Auch ökologische und politische Themen hat Peter Hammill in seinen Liedern verarbeitet.

In sich selbst versunken

Jeder seiner Songs wird vom Publikum in der wohl gefüllten Kirche lebhaft beklatscht. Peter Hammill reagiert darauf kaum, beginnt oft schon mit dem nächsten Lied, während die Fans noch jubeln. Ganz konzentriert, in sich selbst versunken, gibt er sein Konzert, wechselt vom Flügel an die Gitarre und wieder zurück. Die Kommunikation mit dem Publikum beschränkt er auf ein Minimum.

Nach eineinhalb sehr intensiven Stunden teilt er mit, das Konzert sei für ihn eine große Freude gewesen, kündigt sein letztes Lied an und teilt mit, dass er danach die Kirche sofort verlassen werde. Und genau das tut er auch, während die Zuhörer noch lange stehend klatschen und jubeln.

Von Christine Zacharias

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