Dorothe Kiel geht vorzeitig in Rente, Winfried Wehowsky planmäßig Ende Juni

Kirchheim ohne Pfarrer

Pfarrerin Dorothe Kiel bekleidete ihr Amt in Kirchheim seit dem dritten Advent 2000. Foto: Heisinger

Kirchheim. Sieben Dörfer der evangelischen Kirchengemeinde Kirchheim müssen mindestens ein halbes Jahr ohne eigenen Pfarrer auskommen. Dorothe Kiel (55), seit dem Jahr 2000 Seelsorgerin,in Kirchheim, tritt offiziell zum 1. März in den Vorruhestand. Die sechsmonatige Vakanzvertretung übernimmt Pfarrer Helmut Brahn aus Asbach. Hinzu kommt, dass Ende Juni auch Pfarrer Winfried Wehowsky vom Pfarramt Frielingen in Ruhestand geht. Wehowsky betreut bislang die übrigen fünf Dörfer und erteilt Religionsunterricht.

Nach Angaben von Gerlinde Müllner, der Vorsitzenden des Kirchheimer Kirchenvorstands, ist geplant, die beiden Pfarrämter zusammenzufassen und für ganz Kirchheim anderthalb Stellen auszuweisen. Plan B ist der Erhalt des Pfarramtes Frielingen mit einer Dreiviertelstelle, ergänzte dazu gestern Dekan Ulrich Brill. Darüber ist in der Frühjahrssynode noch zu sprechen. Das letzte Wort hat auch in dieser Frage der Bischof in Kassel.

Bekanntlich sind im Rahmen der Kirchenkreisreform Umstrukturierungen geplant, die Pfarrerstellen einsparen sollen. Die Arbeit in Kirchheim böte sich dann beispielsweise für ein Pfarrerehepaar an.

Gesundheitliche Gründe

Die scheidende Pfarrerin Dorothe Kiel führte gegenüber unserer Zeitung gesundheitliche Gründe für ihr Ausscheiden aus dem Dienst an. Seit dem Juni vergangenen Jahres ist sie krank geschrieben. In der vergangenen Woche verfügte Bischof Martin Hein die Zurruhesetzung. Ihre Dienstwohnung hat Dorothe Kiel bereits geräumt. Es zieht sie zurück zu ihrer Schwester nach Oberhausen. Bad Hersfeld will sie aber trotzdem verbunden bleiben, weil hier ihre Mutter wohnt. Mit einem Gottesdienst, der am Sonntag, dem 21. Februar, ab 14.30 Uhr im Gotteshaus stattfindet und einem anschließenden Empfang im Gemeindehaus trennen sich offiziell die Weg der Pfarrerin und der Menschen in Kirchheim, Reckerode, Goßmannsrode, Rotterterode, Gershausen Reimboldshausen und Kemmerode.

Dorothe Kiel wurde am 5. Oktober 1954 als Kind von Pfarrersleuten in Essen geboren.

Ökumenischer Brunch

Zu den Früchten ihrer Arbeit zählt sie die Wiederbelebung des Kindergottesdienstes und die Einführung des ökumenischen Kirchenbrunchs, praktische Hilfe für die Bewohner des Übergangswohnheims und das Nutzungskonzept für die renovierte Kirche in Reckerode.

Dorothe Kiel verschweigt nicht, dass sie dem wachsenden Papierkrieg, den der Job als Pfarrerin mit sich bringt, nicht mehr gewachsen war. Ihr Angebot, dass sie mit der Hilfe einer Sekretärin ganz Kirchheim seelsorgerisch betreuen könne, wurde von der Kirchenkreisleitung abgelehnt, berichtet Dorothe Kiel.

Von Kurt Hornickel

Kommentare