50 deutsche Camping-Oldies trafen sich am Kirchheimer Seepark – Überraschungseier

Das fahrbare Wohnboot

Aus Bebra Blankenheim kamen Heinrich Heiße und seine Frau Irene mit ihrem fast 50 Jahre alten Mercedes L 319. Das Auto hatte 18 Jahre als Tragkraftspritzenfahrzeug Dienst bei der Rotenburger Feuerwehr getan. Dann bauten es die Heißes zum Wohnmobil um.

Kemmerode. 50 Familien und Singles, die ihre Faszination für die Kindertage der deutschen Campingkultur entdeckt haben, trafen sich über Ostern am Kirchheimer Seepark. Das eher nasskalte Osterwetter hatte selbst einige der unerschütterlichen Freizeit-Nomaden verprellt. „Wir hatten mit mehr Teilnehmern gerechnet“, bekannte der hauptberufliche Redakteur Michael H.G. Grote, der sich morgens um 6.30 Uhr mit Frau Bettina, einem Wohnwagen vom Typ Tabbert Comtesse und dem 30 Jahre alten Datsun Laurel in Dortmund auf den Weg gemacht hatte. Der Wohnwagen Baujahr 1974 sollte 2007 eigentlich vom Vorbesitzer abgewrackt werden, doch das verhinderte Michael Grote. Seitdem nutzt er den Wohnwagen und noch immer überzeugt dessen Qualität. Der Innenraum mit seiner spartanischen Ausrüstung ist noch trocken. Und zu Ostern bereitete „Wagenfrau“ Bettina eine Gyrospfanne zu. Aus Augsburg, Berlin und Hannover reisten Teilnehmer an, aber auch aus Weeze vom Niederrhein. Aus dem Kreis Kleve brachten Hermann Gerhardt und seine Frau Luise eine Isetta Baujahr 1954 und den passenden Piccolo-Anhänger mit, allerdings auf dem Anhänger. Das kleine Himmeltürenauto wäre mit seinen 13 PS aus 300 Kubikzentimetern im Osterreiseverkehr hoffnungslos verloren gewesen. Der putzige Anhänger, den Busfahrer Hermann Gerhardt einem Clubkameraden abhandelte, bietet gerade eine Liegefläche von 196 mal 110 Zentimetern Dafür war der „Piccolo“ sogar schwimmfähig. Die Verblendung der Räder enthält Schwimmer. Mit einem Außenborder konnte das niedliche Schlafei ebenso in See stechen wie die Glasfiber-Suleica von Rolf Brünger aus Vöhl.

Von Kurt Hornickel

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