Spatenstich am Mittelweg

Niederaula baut eine Krippe für 48 Kleinkinder

Das Bild zeigt eine Entwurfszeichnung der neuen Kinderkrippe in Niederaula und stammt von der Architektin Irmgard Swoboda vom Büro Swoboda-Behr.
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So soll sie aussehen: Eine Zeichnung der neuen Kinderkrippe in Niederaula. Der Bau soll im kommenden Jahr fertiggestellt und eröffnet werden.

Eine neue Kinderkrippe wird derzeit am Mittelweg in Niederaula errichtet. Für das Projekt sind Gesamtkosten in Höhe von 2,7 Millionen Euro veranschlagt.

Niederaula - Am Dienstagnachmittag fand vor Ort, im Bereich „An der alten Leimkaute“, der offizielle erste Spatenstich für dieses politisch nicht unumstrittene Projekt statt. Im August 2018 hatte sich die Mehrheit der Niederaulaer Gemeindevertreter mehrheitlich gegen den Standort „An der alten Leimkaute“ ausgesprochen und das Bauleitplanungsverfahren zunächst gestoppt.

Nachdem Bürgermeister Thomas Rohrbach Widerspruch gegen diesen Beschluss eingelegt hatte, lenkten die Gemeindevertreter dann im September 2018 ein und stimmten mit 16:15 –der knappsten Mehrheit überhaupt – in namentlicher Abstimmung dann doch für einen Neubau am Mittelweg. Bauherr ist die politische Gemeinde, während die evangelische Kirche die Trägerschaft – wie bei allen Kinderbetreuungseinrichtungen in Niederaula – übernimmt.

Wie Bürgermeister Rohrbach erläuterte, wird sich die evangelische Kirche mit einem einmaligen Baukostenzuschuss in Höhe von maximal zehn Prozent der Gesamt-Bausumme beteiligen. Das Land Hessen habe zudem eine Fördersumme von fast 900 000 Euro in Aussicht gestellt. „Wir warten nun auf den Förderbescheid. Erst dann wissen wir exakt, welchen Betrag wir aus Wiesbaden erhalten werden“, so Rohrbach.

Die Marktgemeinde Niederaula muss demnach 1,53 Millionen Euro für den Neubau berappen. Die später anfallenden Personal- und Betriebskosten trägt die politische Gemeinde zu 89 Prozent. Elf Prozent entfallen auf die evangelische Kirche. Geplant ist eine Krippe, die vier Gruppen beherbergen soll. In jeder dieser Gruppen dürften dann jeweils zwölf Kinder im Alter bis zu drei Jahren, also 48 insgesamt, betreut werden. Als Personal sind 13 bis 14 Erzieherinnen in Teil- und Vollzeit vorgesehen. Das Richtfest soll bereits Ende August gefeiert werden. Die Einweihung der fertigen Kinderkrippe ist dann für den Mai des kommenden Jahres vorgesehen. So jedenfalls sieht es die Planung von Architektin Irmtraud Swoboda aus Braunfels vor.

Bürgermeister Thomas Rohrbach geht davon aus, dass die neue Kinderkrippe dann nach den Sommerferien im August 2022 ihren Betrieb aufnehmen wird. Bürgermeister Rohrbach und Pfarrer Bernd Seifert, Vorsitzender des Zweckverbands evangelischer Kindergarten Niederaula, wünschten sich eine unfallfreie Bauzeit. Seifert bestärkte diesen Wunsch durch ein kurzes Segensgebet, das er auf der Baustelle sprach.

Die Erschließungsarbeiten wurden bereits von der Eiterfelder Baufirma Giebel ausgeführt. Die Rohbauarbeiten übernimmt die Firma Gluck aus Rimbach.

Nach Inbetriebnahme der Kinderkrippe sollen die Mädchen und Jungen in zwei ebenerdigen Gebäudeteilen untergebracht werden. Jedem Gruppenraum werden ein Schlafraum sowie ein Waschraum mit WC-Anlagen, Wasch-, Wickel- und Duschmöglichkeiten zugeordnet.

Ein Spielflur mit dem Bewegungsraum bildet mit den angrenzenden Räumen für Küche, Haustechnik und Verwaltung im Erdgeschoss sowie den Personal- und Besprechungsräumen im Obergeschoss die zweigeschossige Gebäudespange.

Alle Kinder sollen in der Einrichtung am gemeinsamen Mittagessen teilnehmen, für das ein Caterer sorgen wird. Die Küche dient zur Vorbereitung des Frühstücks und der Teepausen oder zum gemeinsamen Backen. Der Bewegungsraum mit den großen zu öffnenden Falttüren ist gleichzeitig Multifunktionsraum für Feiern und andere Festlichkeiten. Der Bau für vier Gruppen kann jederzeit auf sechs Gruppen erweitert werden. (Mario Reymond)

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