Historisches Spektakel

Zu Besuch im Mittelalter: Marktplatz auf Burg Herzberg entführte in vergangene Zeit

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Ritter in Rüstung: Kämpfe wie im Mittelalter gab es auf der Burg Herzberg zu bestaunen.  

Eine Zeitreise ins Mittelalter konnten die Besucher am Osterwochenende im  historischen Ambiente der Burg Herzberg unternehmen.

Wer hat sich nicht schon einmal vorgestellt, eine Zeitreise unternehmen zu können? In die Zukunft oder in die Vergangenheit, in eine vermeintlich bessere Zeit, in der – wie es einst die Brüder Grimm schrieben – „das Wünschen noch geholfen hat?“

Am Osterwochenende konnte man bei idealem Wetter im historischen Ambiente der Burg Herzberg eine solche Reise ganz ohne Zeitmaschine unternehmen und sich ins Mittelalter zurückversetzen lassen – oder zumindest in die Vorstellung, die wir uns heute von dieser Zeit machen.

Auf dem „Marktplatz“ gab es vieles zu bestaunen und einiges zu riechen, hören, zu schmecken und sogar zu kaufen. Spielleute und Gaukler, Kleider und Stoffe, Gegenstände des täglichen Gebrauchs, traditionell hergestellte Seife, verlockende orientalische Leckereien in „Saladins Souk“ und heilende Kräuter bildeten nur einen kleinen Teil des Angebots. Auch Handwerkskünste waren gefragt: So ließ sich die Schneiderin Sabine Ziesseniss aus Rockensüß beim Herstellen hochwertiger und stilechter Kleidungsstücke über die Schulter schauen, Dipali Dutta-Quaer aus Hackenheim und ihrem Mann beantworteten bereitwillig Fragen zum Spinnen und zur Herstellung von Gewürzwein nach einem Rezept, das der Heiligen Hildegard von Bingen zugeschrieben wird.

Der Spielmann Lupus von der Haydau und seine Partnerin Ysa vom Klostergarten brauchten viel Geduld beim Umgang mit ihrem vorwitzigen kleinen Drachen (glücklicherweise „nur“ eine Handpuppe, die das Feuerspucken und Jungfrauen-Rauben noch lernen muss). In der Burgküche köchelten auf dem offenen Feuer Eintöpfe mit Zutaten, die im Mittelalter vor allem auf dem Speisezettel standen: im Wesentlichen Hülsenfrüchte, eine beschränkte Auswahl an Gemüsen (Möhren gehörten damals noch zu den „Neuheiten“, und bis zur Einführung der Kartoffel sollte es noch einige Jahrhunderte dauern) und Speck.

Bei den Kämpfen der Ritter und Wikinger ging es sehr viel martialischer zu: Mit krachenden Rüstungen und klirrenden Kettenhemden absolvierten sie nach festgelegten Regeln ihre Zweikämpfe, wobei der Kampfrichter alle Hände voll zu tun hatte, die tapferen Recken in die Schranken zu weisen. Wer danach noch eine ruhige Hand hatte, konnte dies beim Bogenschießen unter Beweis stellen.

Die belebte Burg zog zahlreiche Besucherinnen und Besucher in ihren Bann. Auch die wunderbare Aussicht von der größten Höhenburg des Landes Hessen und die Unterhaltung mit den vielen Mittelalter-Enthusiasten, die für ihr Hobby keine Kosten und Mühen scheuen, waren die besonderen Anziehungspunkte.

Eine besondere Augenweide bildeten die prächtigen Zelte einer Gruppe aus Stuttgart, die das Lager einer „Karawane“ reicher Kaufleute nachbildeten. uj

Mittelaltermarkt auf Burg Herzberg

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