Waldkindergarten nach Coronapause

Breitenbacher Kita-Kinder dürfen den ganzen Tag im Wald spielen

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Wer hat die schmutzigsten Hände? Die Kinder aus der Bärengruppe der Kita Pusteblume in Breitenbach am Herzberg genießen den Waldkindergarten und haben jede Menge Spaß beim Klettern, Rutschen und Matschen. 

Die Mädchen und Jungen der Kita Pusteblume aus Breitenbach am Herzberg genießen nach der Coronapause die Zeit im Waldkindergarten. 

Der leichte Nieselregen stört die Kinder nicht. Ganz im Gegenteil. Er macht die Erde feucht und damit schön rutschig. So lässt es sich wunderbar den kleinen Abhang hinunter gleiten – auf dem Bauch, dem Popo oder dem Rücken. Dass sie innerhalb von kürzester Zeit aussehen wie kleine Erdferkel kümmert niemanden.

Die Mädchen und Jungen der Kita Pusteblume aus Breitenbach am Herzberg genießen die Zeit im Waldkindergarten. Und Leiterin Ingrid Schmidt freut sich, dass sie so deutlich mehr Kindern die Rückkehr in die Kita nach der Coronapause ermöglichen kann als bei Normalbetrieb.

Der Waldkindergarten hat in Breitenbach lange Tradition. Seit 20 Jahren verbringen die Kinder einen Teil des Sommers im Wald, erkunden die Natur, beobachten Tiere und spielen mit dem, was sie im Wald finden. In diesem Jahr sind erstmals auch die Krippenkinder, die Waldmäuse, mit dabei. Auch sie spielen den ganzen Vormittag im Freien, sammeln Blätter, Blumen und Käfer, singen und spielen mit ihren Erzieherinnen.

Ein Bauwagen und ein kleiner Pavillon bieten Schutz vor Regen und Raum für wichtige Dinge, wie zum Beispiel trockene Kleidung für die Waldmäuse.

Für die Jüngsten gibt es sogar einen Bauwagen, in dem Material gelagert wird und der die Möglichkeit zum Windelwechseln für die Jüngsten bietet. Für die etwas größeren Kinder gibt es Töpfchen, die anderen lernen, in den Wald zu pinkeln, ohne sich nass zu machen, erläutert Ingrid Schmidt. Ihre Hinterlassenschaften werden mit einer kleinen Schaufel eingegraben und die Waldtoilette mit Flatterband markiert, damit es keine ungewollten Überraschungen gibt.

Einen Wasserkanister haben die Erzieherinnen auch dabei, um für saubere Hände und die nötige Hygiene sorgen zu können. Auf einen Mundschutz verzichten sie aber. Gerade die Jüngsten hätten Probleme damit, wenn die Gesichter abgedeckt seien, berichtet Ingrid Schmidt. Allerdings wird Abstand gehalten, zumindest zwischen den drei Gruppen der Kita. Sie haben ihre Quartiere im Wald mit jeweils mehreren hundert Metern Abstand voneinander bezogen.

Im Wald gibt’s viel zu entdecken. Die Krippenkinder gucken sich einen Mistkäfer an, den Leiterin Ingrid Schmidt in der Hand hält.

Einen Waldkindergarten kann man übrigens nicht einfach so aufmachen. Dazu sind Absprachen mit der Fachaufsicht im Landratsamt, mit dem Forst und benachbarten Landwirten nötig. So dürfen die Kinder nicht in der Nähe von abgestorbenen Bäumen spielen. Und auch bei starkem Regen oder gar Sturm bleiben sie in der Kita. Ansonsten aber wird der Tag im Freien verbracht. Bewegung sorgt dafür, dass niemandem kalt wird, auch wenn die Temperaturen mal niedriger sind. Und wenn ein Kind beim Spielen im – knöcheltiefen – Bach nass wird, gibt es trockene Kleidung zum Wechseln. Gummistiefel, Matschhose und Regenjacke gehören aber zur Standardausstattung der Kinder. Mitunter ist es aber schwer, die Ursprungsfarbe zu erkennen, wenn die Kinder so eingeschlammt sind, wie die Jungs aus der Bärengruppe an diesem Tag. Da lohnt sich die Dusche oder Abstecher in die Badewanne. Wer den ganzen Tag an der frischen Luft war, ist abends rechtschaffen müde. Das gilt nicht nur für die Kinder, auch für die Erzieherinen. Ingrid Schmidt ist überzeugt, dass der Aufenthalt im Wald nicht nur Spaß macht, sondern gesundheitsfördernd ist. Sorgen, dass Kinder verloren gehen könnten, macht sie sich nicht. Denn alle Plätze liegen am Waldrand ganz in der Nähe des Dorfes. (zac)

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