Magier Stephan von Köller im Theatertreff in Breitenbach/H.

Seine Tricks sind faszinierend, verblüffend und unglaublich

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Mit seinem Seiltrick brachte Stephan von Köller seine Zuschauer zur Verzweiflung.

Mit verblüffenden Tricks, für die er keine großen Gerätschaften brauchte, faszinierte der Magier Stephan von Köller sein Publikum in Breitenbach/H.

Breitenbach/H. - „Unmöglich.“ „Geht nicht.“ „Kann nicht sein.“ Und immer wieder: „Wie funktioniert das?“ „Wie macht der das?“ Das waren die Überlegungen, die die Besucher bei der Illusions-Show „Magie … hautnah! 2019“ von Stephan von Köller am Sonntagnachmittag auf der Hermannsbühne im Theater-Treff in Breitenbach am Herzberg nur vor sich hin gedacht oder auch laut ausgesprochen in Atem hielten.

Wer die schwebende oder zersägte Jungfrau oder sonstige große Installationen erwartet hatte, der sah sich wohl eher enttäuscht. Das Bühnenbild ist minimalistisch und die Zauberutensilien eher sparsam und klein. Da sind das unerlässliche rote Zaubertuch, das zum Wahnsinn treibende Seil mit zwei gleichlangen Enden und einer mitgelieferten Mitte, die zugehörige scharfe Schere, die notfalls auch durch Zeige- und Mittelfinger ersetzt werden kann. Da rücken ein Ehering und ein Schlüsselbund in den Fokus der Illusion, ebenso wie ein Fünf-Euro-Schein, und die Tricks mit imaginären Kartenspielen sind ebenso unerklärbar wie die mit physisch tatsächlich vorhandenen Blättern. Ebenso verblüffend ist, dass eine Besucherin in dem Schuh, den der deutsche Meister der Illusion gerade noch am Fuß trug, einen ganz realen Schuhspanner findet und der Meister sich anschließend auch noch an einem Glas Orangensaft laben kann, das offensichtlich in dem Schuhwerk Platz gefunden hatte.

Mit viel Witz, Leidenschaft und Engagement nimmt der Künstler in seiner ganz eigenen Art sein Publikum mit durch die Show, weist immer wieder darauf hin, worauf sie besonders achten, wovon sie sich keinesfalls ablenken lassen sollen. Er erklärt seine Tricks, führt sie vor in „Zeitlupe“ zum besseren Verständnis, nur um anschließend sein Publikum noch erstaunter und ratloser zurückzulassen. Mit einzigartiger Nonchalance holt er sich immer wieder Gäste aus dem Publikum als Assistenten, Prüfer oder Experten auf die Bühne oder begibt sich selbst zwischen die Stuhlreihen. Und dann tut er nichts. Lässt seine Helfer agieren, gibt bestenfalls ein paar Anweisungen, fasst selbst augenscheinlich nichts an und überrascht dann mit unerklärlichen Ergebnissen. Dabei wirkt vieles, der bis in letzte Detail vorbereiteten Show so, als ergebe es sich plötzlich einfach aus der Situation.

Manches dabei scheint nicht auf Anhieb zu funktionieren, aber das ist so Teil des Programms. Umso spektakulärer ist das Ende der Show. Begleitet von sphärischer Musik sind von dem Künstler auf unbeleuchteter Bühne fast nur die weiß behandschuhten Hände zu erkennen. Neben dem Spiel mit neonroten Ringen und einem schwebenden Zauberstab lässt der deutsche Meister der Illusion da eine brennende Kerze einmal rund um seinen Körper kreisen, ein Kunststück, das angeblich kein anderer Magier auf dieser Welt beherrscht.

VON BERND LÖWENBERGER

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