„Hier in Deutschland ist es viel leiser“

Schüler aus dem peruanischen Lima zu Gast in Breitenbach

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Damit er nicht im Regen stehen gelassen wird, überreichte Bürgermeister Volker Jaritz dem peruanischen Austauschschüler Hideki Miranda Harada bei einem Besuch im Rathaus einen Schi rm und eine Plakette mit dem Wappen der Herzberggemeinde. Finn Hagedorn (links) wird im Sommer den Gegenbesuch in Lima antreten. Jaritz lobte den Mut der Jungen als Beitrag zur Völkerverständigung.

Breitenbach/H. – Ignacio Hideki Miranda Harada ist 16 Jahre alt, kommt aus Lima und wohnt derzeit bei der Familie Hagedorn in Breitenbach am Herzberg. 

Seit dem 3. Januar weilt der Schüler der Alexander von Humboldtschule, einer deutschen Privatschule in der Hauptstadt Perus, im Rahmen eines Austauschprogramms mit der Modellschule Obersberg in Deutschland. Nach Breitenbach und zu den Hagedorns kam Hideki, weil Finn Hagedorn auf dem Weg zum Abitur auch einen Spanischkurs belegt hat und so über das Austauschprogramm informiert wurde.

Weil die Breitenbacher Familie zum Jahresbeginn einen Urlaub in Dänemark geplant hatte, und den Gast kurzerhand mit dorthin nahm, hat der Peruaner von Deutschland allerdings noch nicht sehr viel gesehen.

Das soll sich mit verschiedenen Ausflügen jetzt allerdings schnell ändern, etwa auf die Wartburg nach Eisenach, in das Bergwerk in Merkers, das Frankfurter Fußballstadion oder natürlich auf die Burg Herzberg.

Verständigungsprobleme gibt es dabei kaum, weil die Schule in Lima in einer bikulturellen Ausbildung die spanische und deutsche Sprache vermittelt, dazu kommen Englisch als weitere Pflichtsprache und Französisch auf freiwilliger Basis. Hideki besucht die Schule für deutsche und peruanische Schüler, weil er nur hier ein Abitur für ein Studium in Europa erwerben kann. Und studieren will der junge Mann in Deutschland. Was genau, steht noch nicht fest, aber irgendetwas in Richtung Administration. Danach will er sich selbstständig machen, so wie sein Vater Ignacio im Bereich Logistik und Mutter Jessica im Sektor Sicherheitstechnik in der Heimat – aber mit einem eigenen Betrieb.

Bis Mitte Februar gilt es aber erstmal, Deutschland kennenzulernen. Zwei Dinge sind ihm schon aufgefallen: „Hier ist es viel leiser und es gibt viel weniger Umweltverschmutzung als bei uns“. Besonders gefällt ihm, dass er sich frei bewegen kann. Wegen der hohen Kriminalitätsrate in Peru sind die wohlsituierten Eltern in ständiger Sorge um Hideki und seine jüngere Schwester, sodass die Kinder quasi nie ohne Aufsicht sein können. Einfach mal so in den Bus steigen und irgendwo hinfahren, geht nicht. Dafür sind speziell geprüfte Taxen zuständig.

Im Juni reist Finn Hagedorn dann für zwei Monate nach Lima und ist schon jetzt gespannt, was ihn dort erwartet. lö

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