Die Spitze fehlt

Der Kirchturm in Breitenbach/H. wird saniert

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Die Kirchturmspitze ist weg. Lediglich das Gerüst zeigt zurzeit, wie hoch der Breitenbacher Kirchturm ist.

Wie kaputt die Spitze des Kirchturms in Breitenbach war, wurde erst sichtbar, als mithilfe eines Gerüstes der Blick unter die Schieferziegel und die Holzverschalung möglich wurde.

Das berichtet Pfarrerin Hannelore Weide-Jatho.

Dass Schädlinge im Gebälk gearbeitet hatten und marode Balken ausgetauscht werden mussten, das war zwar bekannt – deswegen stand die Sanierung des Kirchturms ja auf dem Plan der Landeskirche. Nachdem das Gerüst stand und die Arbeiten begonnen hatte, wurde jedoch entdeckt, dass die ganze Spitze brüchig war und ausgetauscht werden muss.

Derzeit steht der Turm also eingerüstet, aber ohne seine Turmspitze da. Auch Turmuhr und Glocken dürfen nicht arbeiten. „Vielen Breitenbachern fehlt da was“, sagt Barbara Wagner vom Kirchenvorstand.

Die zusätzlichen Arbeiten wirken sich natürlich auch auf die Kosten aus. „Da musste nachfinanziert werden“, sagt Pfarrerin Weide-Jatho. Insgesamt 333 000 Euro sind jetzt für die Turmsanierung eingeplant. Den größten Teil der Summe trägt die Landeskirche, aber auch der Kirchenkreis Ziegenhain, zu dem Breitenbach gehört, ist mit eingesprungen.

Die Kirchengemeinde Breitenbach ist dagegen finanziell kaum beteiligt. Die Gemeindeglieder haben erst vor einigen Jahren eifrig gesammelt und gespendet, um die Innensanierung der 150 Jahre alten Kirche zu finanzieren. Mehr als 100 000 Euro seien damals zusammengekommen, berichtet Weide-Jatho.

In einem ersten Bauabschnitt war zuvor das Dach saniert worden. Auch hier fanden sich morsche Balken und Schädlingsbefall.

Engagiert für die evangelische Kirche in Breitenbach/H.: Barbara Wagner und Karl Schultheis vom Kirchenvorstand und Pfarrerin Hannelore Weide-Jatho (von links) vor Elementen der Verschalung der Kirchturmspitze, die komplett abgebaut werden musste.

Nun wird also am Turm gearbeitet. Die einzelnen Elemente der Turmspitze werden von einer Fachfirma hergestellt, dann mit dem Kran auf den 36 Meter hohen Turm gehoben und dort wieder zusammengebaut. Weide-Jatho hofft, dass die Arbeiten bis Ende November abgeschlossen sein werden. Zuletzt wird auch die Bekrönung des Turms wieder aufgesetzt. „Wir haben eine Wetterspitze auf einer großen Kugel“, erzählt Karl Schultheis, der wie Barbara Wagner dem Bauausschuss des Kirchenvorstands angehört. Kurios fanden sie, dass diese Kugel aus Kupferblech Einschuss- und Durchschusslöcher aufwies, deren Anordnung eigentlich nur den Schluss zulässt, dass der Schütze auf der Krone einer der benachbarten Eichen gesessen haben muss.

Die Turmzier, bestehend aus Kugel, Wetterfahne und Eisengestell, habe, so Schultheis, eine Gesamthöhe von vier Metern und werde gerade bei einer Fachfirma in Thüringen saniert. In die Kugel wird dann eine Dokumentenrolle aus Kupfer eingesetzt mit aktuellen Zeitdokumenten. Bei den letzten Sanierungen, die etwa 1950 und 1985 stattfanden, seien keine Dokumente gefunden worden, bedauert die Pfarrerin.

Wenn dann auch die Elektrik der Glocken-Läute-Anlage auf den neuesten Stand gebracht ist, freuen sich die Breitenbacher wieder darauf, ihre Kirche komplett zu sehen und zu hören. (zac)

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