Im Sommer kann jeder zelten

Freundesgruppe campt jedes Jahr im Februar am Silbersee in Breitenbach

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Zeltlager mit Komfort: Jedes Jahr Anfang Februar trifft sich eine Gruppe von Globetrottern und Outdoor-Freunden am Silbersee in Breitenbach/H. Diesmal haben sie sogar einen beheizten Pool dabei (im Vordergrund). 

Breitenbach/H. – Auf dem Campingplatz am Silbersee in Breitenbach/H. ist eine kleine Zeltstadt entstanden. Eine Gruppe von Freunden trifft sich dort zum Wintercamping.

Dass es knapp über null Grad hat und ein wenig Schnee liegt, stört die Camper nicht. Ganz im Gegenteil, eigentlich hätten sie es gerne ein wenig frostig.

Seit fünf Jahren treffen sich die Camper, die aus ganz Deutschland und der Schweiz kommen, immer am ersten Februarwochenende in Breitenbach. „Das sind nette Gäste. Die stören überhaupt nicht“, sagt Pächter Ewald Schwalm, der die ganze Gruppe, etwa 15 bis 20 Leute, während ihres Aufenthalts einmal mit Schnitzeln verpflegt.

Ansonsten haben die Wintercamper alles dabei, was sie brauchen: „Jeder bringt etwas zu essen mit und wir probieren dann gegenseitig“, erzählt Temeon, der seinen bürgerlichen Namen nicht nennen will und zum Sprecher der Gruppe erkoren worden ist. Ob die Gruppe einen Namen hat will er ebenso wenig verraten wie seinen eigenen.

Auch Fotos von den Teilnehmern sind nicht erlaubt. „Wir sind aber keine Terroristen“, versichert einer der Camper, der zufällig vorbeikommt. Und mit Militär und Armee hätten sie auch nichts am Hut, sagt Temeon. Sie hätten nur einfach relativ viel Bundeswehr- und andere Militärausstattung, weil die Sachen halt stabil und wintertauglich seien.

Modern oder nostalgisch: Die Ausrüstung der Wintercamper ist ganz unterschiedlich, erläutert Temeon, der zum Sprecher erklärt worden ist.

Kennengelernt hat sich die Gruppe über das Internet. „Wir wollen uns einfach treffen und ein paar Tage Spaß miteinander haben“, sagt Temeon. Am Lagerfeuer sitzen, gemeinsam was trinken und essen und Erfahrungen austauschen.

Mehrere der Teilnehmer sind Outdoor-erfahren, haben längere Touren, teils unter extremen Bedingungen absolviert. Temeon selbst ist zum Beispiel 50 Kilometer durch den Harz marschiert, verrät ein Video, das sich im Internet findet. Er gehört zu denen, die ohne Auto unterwegs sind und nur so viel dabei haben, wie sie tragen können.

Anderen Gruppenmitglieder sind deutlich besser ausgerüstet und mit Anhänger, Allradfahrzeug oder sogar einen kleinen beheizbaren Pool unterwegs. „Es gab aber auch schon welche, die sind hier in den See gesprungen“, erzählt Temeon.

Den Silbersee in Breitenbach hat sich die Gruppe ausgesucht, weil er so zentral in Deutschland liegt und für alle gut zu erreichen ist. Und warum im Winter? „Im Sommer kann jeder“, meint Temeon und lacht. Es finden während des Jahres aber auch weitere Treffen an anderen Orten statt. Am Wintercamping am Silbersee wollen die Teilnehmer aber auf jeden Fall festhalten.

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