Das Dorf packt kräftig an

Feuerwehrgerätehaus in Oberjossa erhält Anbau als Begegnungsraum

Die Anpacker: Am Erweiterungsbau für das Feuerwehrgerätehaus in Oberjossa beteiligen sich zahlreiche Oberjossaer, unter anderem (von links) Jan Battenberg, Ortsvorsteher Heinrich Stie bing, Manfred Urban, Karsten Diebel (im Bagger), Wehrführer Lars Stein, Felix Hagemann und Jens Hagemann. Foto: Christine Zacharias

Deutlich teurer als geplant wird der geplante Anbau an das Feuerwehrgerätehaus in Oberjossa.

Bei zwei Enthaltungen beschloss die Gemeindevertretung von Breitenbach/H. nun Änderungen der ursprünglichen Planung und die dafür notwendige Finanzierung.

An das Feuerwehrgerätehaus sollen neue Funktionsräume und ein Bürgerbegegnungsraum angebaut werden. Dieser Raum wird nun mit 103 Quadratmetern etwas größer als bisher vorgesehen, damit dort Vereins- und Familienfeiern mit bis zu 60 Personen stattfinden können. Die Verlängerung kostet 17 850 Euro zusätzlich.

Die neu zu bauenden Toiletten können dann in Zukunft sowohl von der Feuerwehr als auch von den Besuchern des Begegnungsraumes genutzt werden. Beschlossen wurde außerdem, in das vorhandene Dach eine Gaube einzubauen, weil das nach ausführlicher Prüfung aller Alternativen die sinnvollste Möglichkeit sei, den Feuerwehrschulungsraum und die Abstellräume im Dachgeschoss zu erreichen, erläuterte Bürgermeister Volker Jaritz. Die bisherige Stahltreppe wird dann an der rückwärtigen Längsseite wieder eingebaut. Mehrkosten: ebenfalls 17 850 Euro.

Da die vorhandene Gastherme nicht mehr den aktuellen Vorschriften entspricht, muss auch die Heizung erneuert werden. Vorgesehen ist jetzt eine Luft-Luft-Wärmepumpe, ein Multisplitgerät für weitere 17 850 Euro.

Preisteigerungen im Baugewerbe treffen auch dieses Projekt. Bürgermeister Volker Jaritz hat deshalb zusätzliche 45 220 Euro eingeplant. Für Architekten- und Planungskosten, bisher nicht berücksichtigt, sind 16 474 Euro vorgesehen. Insgesamt entstehen also zusätzliche Kosten in Höhe von 115 244 Euro, das Gesamtprojekt soll nun 416 90 Euro kosten.

Dorfgemeinschaft und Freiwillige Feuerwehr Oberjossa machen sich jedoch stark für das Projekt und erbringen Eigenleistungen im Wert von rund 53 000 Euro. Für die Gemeinde bleiben noch Mehrkosten in Höhe von rund 71 000 Euro.

Nicht nur der Abriss des alten Anbaus, der bereits kurz nach Weihnachten erledigt wurde, sondern auch die Vorarbeiten für die Bodenplatte für den neuen Anbau übernehmen die Oberjossaer

selbst. Dabei engagiert sich besonders Jens Hagemann, Polier bei der Firma Bickhardt Bau, der sich unter anderem um das Material und den Einbau kümmert. Sein Arbeitgeber unterstützt das Projekt, indem er einen Bagger zur Verfügung stellt. Den bedient kenntnisreich Karsten Diebel, ebenfalls Mitarbeiter bei Bickhardt Bau. Für diese Unterstützung des Bauunternehmens sei man sehr dankbar. Mit eigenen Mitteln hätte man Arbeiten in dieser Größenordnung nicht bewältigen können, sagt Bürgermeister Jaritz.

So sah das Feuerwehrgerätehaus Oberjossa vor dem Umbau aus. 

Der ursprüngliche Bau des Feuerwehrgerätehauses stammt, so erläutert Ortsvorsteher Heinrich Stiebing, aus dem Jahr 1959. In den Jahren 1983 und 84 wurde das Haus durch den Anbau erweitert, einen Teil des ehemaligen Gastronomiegebäudes des einstigen Freizeitparks Rimberg. Dieser Anbau war inzwischen jedoch so marode, dass nur noch der Abriss blieb. Saniert und erneuert wurde das Haus zudem im Jahr 2002.

Nicht alle Gemeindevertreter finden das Vorhaben sinnvoll. Er sei grundsätzlich gegen Dorfgemeinschaftshäuser, kritisierte Jürgen Eidt (BFH). Auch den – vorgeschriebenen – Einbau von Duschen, die dann keiner nutzt, findet er nicht sinnvoll. zac

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