Polizei fischt drei Fallen aus Teich in Breitenbach/Hatterode

Jagdwilderei: Mit Fangeisen gegen Graureiher

Das Foto zeigt Fangeisen, die von der Polizei aus einem Fischteich in Breitenbach/Hatterode geholt.
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Solche Fangeisen wurden am Gründonnerstag von der Polizei aus einem Fischteich in Breitenbach Hatterode geholt.

Unbekannte haben in einem Fischteich in Hatterode Fangeisen ausgelegt, um Graureiher zu ködern. Den Vögeln droht ein qualvoller Tod. Die Polizei ermittelt wegen Jagdwilderei.

Hatterode – Aus einem Fischteich in Hatterode hat die Polizei am Gründonnerstag Fangeisen gezogen. Das bestätigte Dominik Möller von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Osthessen in Fulda gestern auf Nachfrage. Gegen einen Mann seien nun Ermittlungen wegen des Verdachtes auf Jagdwilderei aufgenommen worden.

Informiert hatte die Polizei ein Mitglied des Komitees gegen den Vogelmord – ein eingetragener Verein mit Sitz in Bonn, der seit 1975 im Bereich des Arten- und Tierschutzes bei Wildvögeln tätig ist. Dieser Mitarbeiter wiederum war gezielt zu den Fischteichen geschickt worden, nachdem ein Passant die mit Fischködern aus Plastik besetzten Eisen in dem Fischteich entdeckt hatte.

Seltener Gast: Diesen Graureiher bekam unser Fotograf Thomas Landsiedel vergangenes Jahr im Bad Hersfelder Kurpark vor die Linse.

Für Axel Hirschfeld, Pressesprecher des Komitees gegen den Vogelmord aus Bonn ist die Sache eindeutig:  „Mit den Ködern sollten Graureiher geködert werden. Beim Versuch, den Plastikfisch mit dem Schnabel zu packen, wäre das Fangeisen ausgelöst worden und hätte dem Vogel den Schnabel abgetrennt. Das Todesurteil für den Graureiher, der mit verstümmeltem Schnabel keine Nahrung mehr hätte zu sich nehmen können und somit nach wenigen Tagen verhungert wäre“.

Für Hirschfeld stellt sich die ganze Angelegenheit eindeutig dar. Der Betreiber des Fischteichs habe seinen Fischbesatz nicht mit Vögeln wie dem Graureiher teilen wollen. Die Fangeisen seien seiner Ansicht nach also ganz gezielt so in dem Fischteich platziert worden, um Vögel zu verletzten oder gar zu töten.

Ganz so weit wie Hirschfeld mochte sich Polizeisprecher Möller gestern jedoch nicht aus dem Fenster lehnen. Derzeit gebe es das Ermittlungsverfahren wegen Jagdwilderei. „Die Untersuchungen sind in vollem Gange und die ermittelnden Beamten tragen nun alle Einzelheiten zusammen. Die werden wir dann an die Staatsanwaltschaft in Fulda übergeben. Diese wird dann letztlich entscheiden, ob eine Straftat oder nur eine Ordnungswidrigkeit vorliegt“, führt Möller aus. Daher wurde seitens der Polizei auch die Untere Jagdbehörde beim Landkreis Hersfeld-Rotenburg über den Vorfall in Hatterode in Kenntnis gesetzt. Die Untere Jagdbehörde ist bei derart gelagerten Fällen nämlich immer dann zuständig, wenn es sich letztlich um Ordnungswidrigkeiten handelt.

Um ganz sicher zu gehen, dass die Angelegenheit mit dem aus seiner Sicht notwendigen Nachdruck vorangetrieben werde, wolle auch das Komitee gegen den Vogelmord seinerseits den kompletten Sachverhalt noch einmal dezidiert aufarbeiten und Strafanzeige gegen den Betreiber des Fischteichs stellen, erklärte Axel Hirschfeld. (Mario Reymond)

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