Ernte im Kreis hat begonnen

Erdbeeren sind dieses Jahr rar und teuer

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Bis zu 20 Erntehelfer sind täglich auf den Feldern der Familie Kaiser rund um Breitenbach unterwegs, um Erdbeeren zu ernten. Noch etwa vier Wochen lang kann man sich in der Herzberggemeinde mit den süßen Früchten versorgen. 

Auch auf den Erdbeerfeldern im Landkreis Hersfeld-Rotenburg hat jetzt die Ernte begonnen. Ob sie gut ist, können die Landwirte erst in einigen Wochen sagen.

„Bitte Abstand halten. Bitte Maske tragen“, steht auf den Schildern, die die Kaisers vor dem Eingang zu ihrem Erdbeerverkauf in der Hauptstraße mitten in Breitenbach am Herzberg aufgestellt haben. Daneben stehen Wasser und Desinfektionsmittel zum Reinigen der Hände.

Nicht anders sieht es auf den Feldern für die Selbstpflücker aus. Auch hier Hinweistafeln und Hygienevorkehrungen. „Es ist schon alles sehr besonders in diesem Jahr“, sagt Michael Kaiser. Klar haben die Selbstpflücker genügend Raum, um sich gegenseitig aus dem Weg zu gehen, „aber es fehlt irgendwie die Stimmung, der Spaß, die Freude.“

Dazu fehlen auch die Kinder. Schulklassen gibt es ja derzeit keine, und in allen Jahren bisher haben die Kaisers ganze Kindergärten eingeladen, damit die Kinder Spaß hatten, die süßen Beeren pflücken oder gleich vor Ort vernaschen konnten. „Das ist uns in diesem Jahr zu gefährlich“, sagt Kaiser. Weder will er Schuld haben, wenn das Virus in die Kitas dringt, noch kann er Corona in seinem Betrieb gebrauchen. „Ein Fall nur, dann können wir dichtmachen“, fürchtet er.

Sieben Kilo frische Erdbeeren hat Wilfried Schwarz aus Kleba auf dem Feld der Familie Kaiser in Breitenbach selbst geerntet und dafür etwas mehr als eine Stunde gebraucht.

Und die Ernte selbst? Da wollen sich Michael und sein Bruder Karl-Heinrich noch nicht so festlegen. Das Wetter war nicht unbedingt erdbeerfreundlich. Manche Pflanzen sind erfroren, manche ersoffen und manche vertrocknet. Fakt ist: Momentan sind Erdbeeren knapp und damit teuer, bis zu 3,50 Euro das Pfund und mehr. Tegut, einer der Hauptabnehmer der Kaiser-Erdbeeren, hatte kürzlich ein Angebot von 1,99 Euro und dabei pro Pfund rund 50 Cent draufgelegt, weiß Kaiser. Bei ihm gibt’s das Pfund für 2,50 Euro, Selbstpflücker zahlen 1,90 Euro, täglich ab morgens 7 Uhr bis in den Nachmittag – oder bis die Stiegen leer sind, auch samstags, sonntags oder an den Feiertagen. Auch auf den Feldern sind zu diesen Zeiten die Betreuerinnen und Betreuer vor Ort und den Weg dorthin findet man, wenn man den Pfeilen auf den rot-gelben Schildern mit der Aufschrift „Erdbeeren“ folgt.

Auf ungefähr elf Hektar Fläche bauen die Kaisers die roten Beeren an und die sind sauber unterteilt für die Selbstpflücker und die bis zu 20 Erntehelfer, die meist schon morgens ab sechs Uhr im Einsatz sind.

Ungefähr vier bis sechs Wochen, je nach Wetterlage, wird es dauern, bis alle Felder leer geräumt sind. „Erst dann werden wir wissen, wie die Ernte ausgefallen ist“, sagt Michael Kaiser, „mehr als Durchschnitt wird es wohl nicht werden – und: Ein heftiger Hagelsturm, und alles ist auf einen Schlag dahin.“

Von Bernd Löwenberger

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