Ein einladender Ort für Urlauber

Breitenbacher Parlament stimmte Plänen für Silbersee zu

Ein Gebäudeplan ist zu sehen.
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So sieht die Planung für das Naherholungszentrum Silbersee in Breitenbach/H. aus. Der Durchgangscampingplatz (Zeichnung oben) soll neu angelegt und das bestehende Gebäude durch ein neues (rechts) ersetzt werden. Auch die Parkplätze werden neu gebaut.

Das Naherholungszentrum Silbersee bei Breitenbach/H. ist ein Juwel, das nicht nur die Breitenbacher selbst schätzen. An der in den 1970er-Jahren entwickelten Anlage wurde in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder mal erneuert und verbessert – nun soll sie mit einem umfassenden Konzept zur Förderung des Tourismus in Breitenbach neu gestaltet werden.

Breitenbach/H. – Einen entsprechenden Grundsatzbeschluss hatte die Gemeindevertretung bereits im Juni 2019 gefasst, nun ebnete sie den Weg für die Genehmigungs- und Ausführungsplanung, die Voraussetzung für die Bewilligung von Zuschüssen ist.

Details der Planung waren dem Parlament bereits im Oktober in einer nicht öffentlichen Sitzung vorgestellt worden. Dabei hatte Architekt Holger Gerst unter anderem erläutert, dass das vorhandene Gastronomiegebäude nicht mit vertretbarem finanziellen Aufwand saniert werden könne und stattdessen einen Neubau angeregt. Lediglich das Kellergeschoss mit den erneuerten Sanitärräumen soll stehen bleiben.

Ansonsten ist, so erklärte Bürgermeister Volker Jaritz auf Nachfrage unserer Zeitung, ein lichtdurchflutetes Restaurant mit einer großzügigen überdachten Terrasse und einem Biergarten geplant. Unterhalb der Terrasse soll eine Bühne entstehen, damit dort auch kulturelle Veranstaltungen möglich sind.

Neu angelegt wird der Durchgangscampingplatz, der nicht nur für Zwischenübernachtungen von Reisenden gedacht ist, sondern auch zum Verweilen einladen soll. Mindestens 30 Plätze entstehen hier, die mit Wegen und Stromanschlüssen erschlossen werden sollen. Für Pilger, Radreisende, Wanderer oder auch Familien sollen zudem einige kleine, einfache Quartiere entstehen.

Jaritz kann sich das im Stil von Hexenhäuschen vorstellen – schließlich sei man ja im Rotkäppchenland. Auch ein Bereich, in dem Gruppen zelten können, ist vorgesehen. Neu angelegt wird auch ein Parkplatz. Die Zufahrt zu den Stellplätzen, auch denen der Dauercamper solle, so Jaritz, möglichst nicht auf dem bisherigen Weg an der Gaststätte vorbei erfolgen, sondern auf der anderen Seite des Sees am Waldrand entlang.

Problem ist nur, dass dieser Weg nicht im Besitz der Gemeinde ist, sondern einem privaten Waldeigentümer gehört. Mit dem wolle man sich nun zusammensetzen und nach einer für alle Seiten akzeptablen Lösung suchen. Ob es dann bei der im Parlament diskutierten Forderung eines Wegegeldes bleiben werde, sei noch nicht entschieden, erläuterte Jaritz im Gespräch mit unserer Zeitung.

Eine ganze Reihe weiterer Kritikpunkte brachte Uwe Schaake (SPD) in die Diskussion ein. Neben dem Wegerecht bemängelte er unter anderem, dass der Plan keine Wohnmobilstellplätze vorsehe (sollen noch eingeplant werden), dass die Straße zu dicht an den Parzellen der Übergangscamper vorbeiführe, dass eine neue Wasserleitung gebaut wurde und dass das Gastronomiegebäude abgerissen werden soll. Auch die Annahme, dass mit dem neuen Übergangsplatz 60 000 Euro im Jahr eingenommen werden könnten, die zum größeren Teil an den Pächter und zum kleineren an die Gemeinde fließen sollen, bezweifelte Schaake.

Er stimmte, ebenso wie Wilfried Wettlaufer (SPD) in der von Schaake beantragten namentlichen Abstimmung gegen die Planung. Ausdrückliches Lob und entsprechende Zustimmung gab es dagegen von Christine Liebich vom Bürgerforum, die in der jetzigen Planung die Vorstellungen des Forums umgesetzt sah. Mit sieben Mal Ja wurde das Vorhaben in die nächste Planungsrunde geschickt.

Von Christine Zacharias

Visualisierung: Architekturbüro Holger Gerst.

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