Georg Dusenberg besucht das Festival jedes Jahr mit seiner Familie

Burg-Herzberg-Festival: Kurzurlaub in Freak-City, im Land des Friedens

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Entsprechend herausgeputzt: Der alte Fendt-Vorderlader bewährt sich schon seit Jahren als das beste Transportmittel für Georg Dusenberg zwischen der Heimatbasis in Gehau und der „Wagenburg“ in Freak-City.

Gehau. Georg Dusenberg war schon 1968 beim ersten Festival auf der Burg Herzberg mit dabei. Inzwischen ist es ein fester Bestandteil seines Lebens geworden.

Nachdem man im vergangenen Jahr fast im Schlamm ersoffen sei, könne man dieses Jahr wohl eher im Staub ersticken, fürchtet Georg Dusenberg aus Gehau, was ihn allerdings nicht davon abhält, das Festival zu besuchen.

Am Mittwochmittag ist das Zeltlager am oberen Rand des Burg-Herzberg-Festival Geländes bereits aufgebaut und es sind nur noch wenige Stunden bis zum temporären Umzug in die Welt der Hippies und des Friedens. Gemeinsam mit Gleichgesinnten aus Gehau und Ottrau werden Georg Dusenberg, Ehefrau Astrid - sie stammt aus Ottrau - die Töchter Luisa und Anika und der Münsterländermix Sandy ihre „Wagenburg“ in Freak-City beziehen und bis Montag der wahren Welt den Rücken kehren.

Es ist nicht so sehr die Musik, die ihn seit 2006 Jahr für Jahr auf das Event treibt. Der Weg vom eigenen Lager zur Action-Bühne ist weit. „Runter geht ja, aber hoch muss ich schon ein paar Mal stehen bleiben“, scherzt der 68-Jährige nicht ganz ohne ernsten Hintergrund und gibt freiwillig zu, dass ihm die meisten Namen der Bands, die in diesem Jahr auftreten, nicht allzu viel sagen. Zu Zeiten von Uriah Heep, Manfred Mann oder Steppenwolf sei das durchaus noch anders gewesen. Auch die erste „Burg-Beat-Party“ in 1968, ein Jahr vor Woodstock und als es den Begriff Festival in diesem Sinne noch gar nicht gab, habe er gemeinsam mit Freunden aus Neugier aber auch aus enger Verbundenheit zu dem damaligen Veranstalter, „The Petards“, der Kultband aus Schrecksbach besucht.

Kurzurlaub in Freak City

Es ist vielmehr das ganz besondere Flair dieses außergewöhnlichen Festivals, das Georg und die Seinen Jahr für Jahr eine Art Kurzurlaub in „Freak City“, dem Festivalgelände, verbringen lässt. Dieses „Peace-Gefühl“, dieses friedliche Zusammenkommen von – mittlerweile – über 10.000 Menschen aller Altersklassen, aus allen sozialen Schichten mit unterschiedlichstem Background, aus der unmittelbaren Umgebung und aus ganz Europa, das mache dieses Treffen aus und das könne man nicht beschreiben, das müsse man erleben, kann es Georg Dusenberg kaum erwarten, endlich den alten Fendt-Vorderlader, der vor der Haustür wartet, zu starten und die Fahrt nach Freak-City, das nur wenige Kilometer entfernte Land des Friedens hinter sich zu bringen.

Von Bernd Löwenberger

Friedlich, fröhlich, heiß - das Burg-Herzberg-Festival 2018

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