Endlich fertig: Raboldshäuser Kirche wurde über mehrere Jahre saniert

Die Türen stehen offen

Endlich geschafft: Nach Abschluss der Sanierung überreichten Architekt Albert Hess (Zweiter von links) und Bauleiter Udo Grund (links) einen symbolischen Kirchenschlüssel an Pfarrer Frank Weber (rechts) und Kirchenvorstandsvorsitzenden Martin Bieber. Foto: nh

Raboldshausen. Kaum noch ein Parkplatz war im verschneiten Raboldshausen zu ergattern, als der Abschluss der Sanierungsarbeiten an der evangelischen Kirche mit einem Gottesdienst gefeiert wurde. Nach mehrjährigen Bauarbeiten ist die Kirche pünktlich zur Weihnachtszeit wieder geöffnet.

Nachdem im Spätsommer 2006 ein gut zwei Quadratmeter großes Stück der Unterdecke herabgestürzt war, wurde die Kirche mit sofortiger Wirkung gesperrt. Untersuchungen zeigten, dass ein Großteil der Deckenbalken nicht mehr tragfähig war. Gemeinsam mit der Landeskirche und dem Denkmalschutz entwickelte der Neuensteiner Architekt Albert Hess deshalb ein Sanierungskonzept für die Kirchendecke und die Dachkonstruktion.

460 000 Euro

„Wir haben unter anderem gut einen Kilometer Holz verzimmert und 430 Quadratmeter Ziegeln verlegt“, berichtete Hess im Gottesdienst über die Bauarbeiten. Dieser erste Bauabschnitt dauerte bis zum Frühjahr 2009 und kostete rund 460 000 Euro. Neben einer Förderung durch den Denkmalschutz in Höhe von 50 000 Euro wurden alle weiteren Kosten durch die Landeskirche und den Kirchenkreis Bad Hersfeld getragen.

Der Ostergottesdienst 2009 war der erste, der wieder in der eigenen Kirche gefeiert werden konnte. In der Zwischenzeit hatten alle Gottesdienste in der kleinen, nicht mehr genutzten Kirche der katholischen Gemeinde „Zu den Heiligen Aposteln“ stattgefunden. Über diesen Zusammenhalt der christlichen Kirchengemeinden freue sich Prälatin Marita Natt besonders, wie sie in ihrer Predigt betonte.

Im zweiten Bauabschnitt stand die Innenrenovierung der Kirche auf dem Plan. Der Sandsteinboden wurde aufgearbeitet, ein behindertengerechter Nebeneingang geschaffen und unter den wachsamen Augen des Denkmalschutzes wurden auch die zur Empore führenden Treppen erneuert. Die Elektronik wurde überholt, die Farben aufgefrischt und sogar eine Videoüberwachung wurde installiert. Diese soll die steinernen Denkmäler der Wallensteiner vor Vandalismus schützen, wenn die Kirche künftig ganztägig für Gebete und Besichtigungen geöffnet sein wird. Führungen durch den sanierten Dachstuhl sollen nach Anmeldung im Pfarramt ebenfalls möglich sein, versprach Pfarrer Frank Weber.

Für die Finanzierung der Innensanierung war die Kirchengemeinde selbst verantwortlich. Rund 55 000 Euro mussten von Spendern und Sponsoren gesammelt werden. Zu diesem Zweck wurde ein Förderkreis ins Leben gerufen. Mit der Hilfe einiger Neuensteiner Vereine und der Spendenbereitschaft der örtlichen Firmen und Betriebe war der Wunschbetrag bereits im Frühjahr 2010 erreicht. Verdoppelt wurden die gesammelten Spenden vom Kirchenerhaltungsfonds der evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck.

Ihre rundum sanierte Kirche gefiel den Mitgliedern des Kirchspiels Raboldshausen-Mühlbach sichtlich gut und alle sangen lauthals mit beim passend ausgewählten Lied „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“. Musikalische Beiträge lieferten der Raboldshäuser Gospelchor und die Chorgruppe Oberes Geistal. Auf der Empore postiert hatte sich außerdem der Posaunenchor, sodass die Melodien von oben auf die Zuhörer herabschwebten.

Von Carmen Knoth

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