Bürgermeister Walter Glänzer will Berggasthof Eisenberg aus der Erstarrung holen

Sorgen um den „Hausberg“

Winter total: Still ruht nicht nur der Teich auf der Wiese vor der Gaststätte. Fotos: Hornickel

Kirchheim/Neuenstein. Der Winter ist auf dem Eisenberg eingekehrt, doch die Gäste, die nach dem Rodeln mit den Kindern oder dem Skifahren einen gastlichen Ort suchen, werden enttäuscht: Schon im zweiten Winter ist die Gaststätte auf dem Eisenberg geschlossen. Die Besitzer kamen mit ihrem Betrieb nicht über die Runden und sind weggezogen. Der Hersfelder Wanderverein hat sein Heim zu Füßen des Borgmannsturms aufgegeben, die gesamte Anlage ist innen und außen eingefroren.

Dieser bedauernswerte Zustand des Gebäudekomplexes auf dem 625 Meter hohen „Hausberg der Hersfelder“, wie der Eisenberg zu seinen Glanzzeiten genannt wurde, lässt den Neuensteiner Bürgermeister Walter Glänzer nicht ruhen.

Koch im Boot

Obwohl der Berggasthof eigentlich auf Kirchheimer Gebiet liegt, wirbt Glänzer mit seinem Amtskollegen Manfred Koch intensiv um Investoren für das Gebäude-Ensemble, zu dem auch noch ein Hoteltrakt gehört.

Am Samstag hatte Glänzer eine Gruppe auswärtiger Geschäftsleute zu Gast, die an einer Übernahme des Berggasthofes interessiert sind.

„Ein Zuschlag wurde aber noch nicht erteilt“, sagte Walter Glänzer gestern. Nähere Auskunft wollte er mit Rücksicht auf die Interessengemeinschaft nicht machen. Glänzer weiß, dass Investoren ein scheues Wild sind.

Zu besichtigen war das Anwesen nicht. Es ist schlichtweg eingefroren. Das hat auch Auswirkungen auf den kleinen Hüttenbetrieb, den der Ski-Club Neuenstein an der Talstation des Schleppliftes betreibt. Der Eisenberg-Lift bekommt vom Berggasthof sein Wasser. Solange das Gebäude mutterseelenallein herumsteht, läuft im wahrsten Sinne des Wortes nichts mit dem Berg als Kristallisationspunkt des Wintersport-Tourismus.

„Wir dürfen den Eisenberg nicht kaputtgehen lassen“, sagt Glänzer. Er hofft, dass in dieser Woche Bewegung in seine Unterhandlungen kommt. Klar ist, dass die Familie Kremer, die die Immobilie vom Kreis erwarb, den Berggasthof nicht halten kann. Bei seinen Bemühungen hofft der Neuensteiner Bürgermeister, dass sich auch die Hersfelder für ihren „Hausberg“ einbringen. „Wir sind verpflichtet, etwas auf die Beine zu stellen“, sagt Glänzer. Er selbst geht dabei mit gutem Beispiel voran und tut alles, damit der Eisenberg wieder attraktiv für die Menschen im Umkreis wird. Das fängt beim Winterdienst an. Zudem hat die neue Pistenraupe zum ersten Mal auch die Rodelpiste präpariert.

Von Kurt Hornickel

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