Jugendarbeit in Ludwigsau: Sozialpädagogin Sabrina Zülch als Ansprechpartnerin

Ein Raum für Kinder

Isabell Wolf, Lara Bernhardt, Berit Braun, René Lorenz, Lea-Marie Schran, Melissa Ernst und Sarah Rudolph (von links nach rechts) sind zwischen zehn und dreizehn Jahre alt. Ihr fertiges Plakat wollen sie Bürgermeister Thomas Baumann präsentieren. Schon jetzt freuen sie sich auf Lesestunden, eine Pyjamaparty und das gemeinsame Pizza backen in der angrenzenden Küche. Sabrina Zülch (stehend) lobt die Kreativität der Kinder. Foto: Schmidl

Ludwigsau. Noch wirkt der Raum wenig einladend. Aber das wird sich bald ändern. Sieben Mädchen und ein Junge sitzen rund um den großen Tisch und arbeiten an einem Plakat, auf dem sie ihre Wünsche zur Gestaltung ihres Raumes im Keller des Bürgerhauses in Ersrode hoffnungsfroh formulieren.

Unterstützt werden sie dabei von der Sozialpädagogin Sabrina Zülch, die seit Juli vergangenen Jahres nach ihrem erfolgreich abgeschlossenen Studium an der Fachhochschule in Fulda die Jugendarbeit in Ludwigsau in Schwung bringt. „Dabei orientiere ich mich zwar an den erlernten Theorien, aber letztendlich handle ich nach den gegebenen Situationen immer individuell“, versichert die Zweiundzwanzigjährige, deren Aufgabengebiet breit gefächert ist.

Vor allem möchte sie allen Kindern und Jugendlichen ab etwa zwölf Jahren in der Großgemeinde „eine Stimme geben“. Außerdem ergänzt sie mit einem altersgerechten, erlebnispädagogischen Freizeitangebot die vielfach gute Jugendarbeit verschiedener Ludwigsauer Vereine und der Kirchengemeinden.

Gute Zusammenarbeit

Hilfreich ist dabei die sehr gute Zusammenarbeit mit den Ludwigsauer Pfarrerinnen, Pfarrern und Sabine Kampmann, die den Konfirmandenunterricht vielerorts religionspädagogisch begleitet. Eine gute Gelegenheit, mit den jungen Menschen in Kontakt zu kommen, bieten vor allem die Konfirmandenfreizeiten der einzelnen Kirchengemeinden, aber auch die Ferienfreizeit der Gemeinde Ludwigsau in den Sommerferien 2010, die Sabrina Zülch alle begleiten wird.

„Ich war schon bei der Ferienfreizeit im letzten Sommer dabei, das war ideal“, freut sich die engagierte junge Frau. Hier lernte sie auch die Ersröder Mädchen und Jungen kennen, denen sie nun bei der Einrichtung des so sehr gewünschten „Kids-Club“ hilfreich zur Seite steht. Aber auch bereits vorhandene Jugendräume in der Gemeinde sollen wieder mit mehr Leben gefüllt und die jungen Nutzer bei Bedarf mit Rat und Tat unterstützt werden.

Nur in Friedlos nicht

Ausgerechnet in Friedlos, dem größten Ludwigsauer Ortsteil, konnte trotz intensiver Bemühungen von Bürgermeister Thomas Baumann und dem Pfarrerehepaar Dagmar und Jörg Scheer bisher kein geeigneter Raum für die jungen Einwohner zur Verfügung gestellt werden.

Fehlende Räumlichkeiten vermisst Sabrina Zülch auch im Hinblick auf die in mehreren Ortsteilen aufgestellten Bauwagen, die vielen jungen Menschen als Treffpunkt dienen. Dem teilweise negativen Einfluss der Älteren auf die noch ganz jungen Kinder möchte die Sozialpädagogin mit anderen Anlaufstellen Einhalt gebieten.

Mit vielen tollen Ideen und offen für alle Wünsche und Anregungen aus der Bevölkerung nutzt sie ihr Anerkennungsjahr zum Aufbau der längst überfälligen professionellen Jugendarbeit in der Kommune und in den Kirchengemeinden.

Die Kosten für die neu geschaffene Stelle teilen sich das Ev. Kirchenkreisamt Hersfeld-Rotenburg und die Gemeinde Ludwigsau. Das gedruckte Jahresprogramm 2010 mit allen geplanten Aktivitäten wie Kanutour, gemeinsame Schwimmbadbesuche und Malaktionen wird Anfang Februar verteilt.

Sabrina Zülch bietet außerdem alle drei Wochen eine Sprechstunde in der Gemeindeverwaltung an. Die Termine werden im Ludwigsau-Kurier veröffentlicht.

Von Gudrun Schmidl

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