Ludwigsau erbost über RP: Alternativen wurden gar nicht geprüft

Neuer Ärger um die Starkstromtrasse

Symbolbild

Ludwigsau. Enttäuscht und verärgert sind Bürgermeister Thomas Baumann und Vertreter der Fraktionen nach einem Gespräch mit dem Regierungspräsidium (RP) zum Verlauf der 380kV-Starkstromleitung. „Unser Alternativvorschlag einer sogenannten ‘Waldtangente’ wurde nicht mal geprüft“, sagt Baumann. Für ihn sei nicht nachvollziehbar, wie hier mit den legitimen Rechten Betroffener umgegangen wird.

Das Regierungspräsidium weist diese Vorwürfe zurück. Die Vorschläge seien sehr wohl geprüft worden, erklärt Sprecher Michael Conrad. Die Waldtrasse sei aber ungünstiger und scheide daher aus natur- und landschaftsschutzfachlicher Sicht aus, weil er das „Malchustal“, ein Naturschutzgebiet, behindern würde.

„Das ist doch gar nicht unser Trassenvorschlag“, hält Baumann dagegen. Die Gemeinde hatte vielmehr einen Verlauf nördlich von Schloss Ludwigseck und Heyerode favorisiert, der eben nicht geprüft wurde. Deshalb versteht Baumann die Welt nicht mehr. „Die Bedeutung eines Anhörungsverfahrens wird ad absurdum geführt, wenn bereits im Vorfeld eine Aussonderung stattfindet.“

Hinzu komme, dass die von Ludwigsau favorisierte Variante auch sieben Kilometer kürzer und damit sogar ungefähr sieben Millionen Euro kostengünstiger sei.

Besonders ärgerlich ist für die Gemeinde Ludwigsau, dass die ungeklärte Trassenführung auch die Planungen für Windkraftanlagen im Riedeselschen Privatwald behindert. Die Waldgesellschaft hatte bereits signalisiert, dass sie einer „Verschwenkung“ der Trasse zustimmen würde, allerdings nur, wenn dann auch die Windräder errichtet werden. „Wir verlieren hier jeden Tag kostbare Zeit“, kritisiert Baumann.

Der Bürgermeister will sich mit den Entscheidungen des Regierungspräsidiums nicht abfinden und setzt dabei auf die Unterstützung der Bürger. Juristisch gibt es freilich keine Möglichkeit, gegen das Planfeststellungsverfahren vorzugehen. Hintergrund, Zum Tage

Von Kai A. Struthoff

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