Viele halfen bei der Suche

Wiedervereinigung in Neuenstein: Katze war aus Auto an A7 entwischt

Katze Renée ist wieder zu Hause.
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Katze Renée ist wieder zu Hause. Herrchen Kristian Klie hat sie in Neuenstein wiedergerfunden.

Kristian Klie kann es eigentlich immer noch nicht glauben: Dem 54-Jährigen aus Basel war am 31. Juli in Neuenstein-Aua seine Katze Renée entwischt, jetzt ist sie wieder da.

Neuenstein - An besagtem Tag war Klie von seinem Wohnort Basel aus auf dem Weg nach Norddeutschland, um seine Eltern zu besuchen. Gegen 7.30 Uhr wollte er an der Abfahrt Bad Hersfeld-West eine kurze Pause einlegen und parkte sein Auto auf dem Waldweg gegenüber der Tankstelle in Aua. Mit an Bord befanden sich die beiden sechs Jahre alte Katzen Renée und Francoise, die jeweils in einem Transportkorb ruhten. Durch ein Missgeschick büchste Renée aus und verschwand in der freien Natur. Acht Stunden lang versuchte Klie das Tier wieder einzufangen, jedoch ohne Erfolg, sodass er seine Fahrt schließlich schweren Herzens ohne das geliebte Haustier fortsetzen musste.

In seiner Verzweiflung wandte sich der Baseler auch an unsere Zeitung. Plakate, die Aufmerksamkeit vieler Menschen und mehrere Trips Klies nach Neuenstein taten ihr Übriges. Nach 18 Tagen war die „Familie“ tatsächlich wieder vereint, wie der 54-Jährige zufrieden berichtete, der immer noch überwältigt ist von der Hilfsbereitschaft, die er und Renée erfuhren. „Es ist fast eine kleine Sensation“, meint Klie, der zwar die Hoffnung nie aufgegeben habe, aber auch nicht wirklich mit einem Erfolg gerechnet hatte.

Mehrere Male war er selbst nach Neuenstein gereist, um sich auf die Suche zu machen. Mit Wärmebildkamera und Lebendfallen, die in hoher Frequenz überwacht worden seien, habe er immer immer wieder neue Ideen und Wege gesucht, um seine Katze wiederzufinden. Unterstützung erhielt er dabei von ihm bis dato völlig fremden Menschen, die Suchplakate verteilten und die Augen offen hielten. „Es gab E-Mails, Anrufe und sogar persönliche Kontakte“, erzählt Klie. Einige Meldungen hätten sich zwar als falsch herausgestellt, „aber die Suche abzubrechen war keine Option.“

Besonders wichtig sei das Gefühl gewesen, nicht allein in einer fremden Umgebung zu sein und noch mehr, das Verständnis zu spüren. „Auch die Unterkünfte im Landgasthaus Will und Landgasthof Hess sollen dabei nicht vergessen werden“, betont der 54-Jährige. Besonders unterstützt hätten ihn außerdem Tanja Koch aus Bad Hersfeld, eine Dame der näheren Umgebung, die sich in Aua umhörte und immer wieder nach der Katze schaute, sowie das Ehepaar Axel und Jutta Stieber aus Bad Hersfeld, die unter anderem die Fallen in Neuenstein-Aua bedienten und über ihre Netzwerke eine große Anzahl Ortsansässiger erreichen konnten.

Nach einer Sichtmeldung des DRK in Aua, die sehr vielversprechend klang, entschloss sich Klie schließlich ein drittes Mal, nach Aua zu reisen, um seine Katze zu suchen. Zwar handelte es sich doch um eine andere Katze, wie sich schnell herausstellte, aber es gab noch einen anderen, letzten Hinweis, und diese Spur führte letztlich zum Erfolg: Auf dem Hof von Adam Fischer, wo das Tier bereits Unterschlupf in einer Scheune gesucht hatte, ging die Katze dann tatsächlich in die Falle. Eine kleine Narbe und ihr Chip halfen bei der Identifizierung. (nm)

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