Kandidatenporträt vor der Wahl am 26. September

Der Neue: Roland Sauer aus Gittersdorf will Bürgermeister in Neuenstein werden

Das Bild zeigt Roland Sauer auf dem Hof seines Bauernhofs in Gittersdorf.
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Roland Sauer lebt seit gut einem Jahr in Gittersdorf. Dort hat er mit seiner Frau einen alten Bauernhof gekauft und richtet ihn her. Er will als parteiloser Kandidat Bürgermeister von Neuenstein werden.

In der Gemeinde Neuenstein wird am 26. September ein neuer Bürgermeister gewählt. Für die CDU tritt Roland Urstadt an, als parteiloser Kandidat Roland Sauer. Ihn stellen wir heute vor.

Gittersdorf – Roland Sauer ist neu in Neuenstein. Und das macht er zum Programm: „Damit das Neu in Neuenstein wirklich für Neues steht“ ist sein Wahlkampfslogan. Denn Roland Sauer will Bürgermeister in seiner neuen Heimat werden und ist überzeugt, der bessere Kandidat zu sein.

Mit dem unverstellten Blick des neu Zugezogenen könne man viele Dinge anders sehen und nicht nur einfach weitermachen, weil es schon immer so gewesen sei, meint Sauer. Er findet die Gemeinde und die dort lebenden Menschen richtig gut, meinte aber, dass Neuenstein mehr für die eigenen Bürger machen müsse, für Erwachsene, Jugendliche und Kinder.

Eine seiner Ideen ist, das Konzept der Senioren-Studenten-Wohngemeinschaft auch auf Neuenstein zu übertragen. Dabei stellen die Senioren Wohnraum kostenlos oder sehr günstig zur Verfügung und erhalten im Gegenzug Hilfe in Haus und Garten. Sauer erzählt von Willi, den er kürzlich besucht hat und der hochbetagt alleine in einem großen Haus lebt. Wenn da nun eine junge Familie einziehen würde, dann hätte Willi Unterstützung und die Familie eine günstige Wohnung, möglicherweise mit der Option, das Haus später mal zu kaufen, erklärt Roland Sauer anhand eines Beispiels.

Sowohl für die Neuensteiner als auch für Touristen würde er gerne eine Mountainbike-Downhill-Piste am Eisenberg einrichten, wobei der Skilift genutzt werden könnte, um die Radler wieder nach oben zu ziehen. Diese Idee hatte vor Jahren bereits der amtierende Bürgermeister Walter Glänzer. Das Projekt könnte man dann mit einem Campingplatz auf dem Eisenberg flankieren.

Für die Neuensteiner könnte er sich eine Kletterwand mit regelmäßigen betreuten Öffnungszeiten in der Mehrzweckhalle vorstellen. Außerdem ein Wellnessangebot, wie zum Beispiel eine Sauna. Und Kneipen vermisst er in einigen Dörfern.

Roland Sauer ist einer, der gerne anpackt, der lieber macht als lange zu überlegen, welche Probleme es dabei geben könnte.

Er hat vielfältige berufliche Erfahrungen und Qualifikationen (siehe Artikel unten), wenn auch nicht in der Kommunalpolitik oder einer Gemeindeverwaltung. Das sieht er aber nicht als Problem an. „Als Bürgermeister muss ich kein Politiker sein. Meine Aufgabe ist es, mich um das zu kümmern, was die Bürger wollen“, sagt Roland Sauer. Und dann setzt er auf eine erfahrene, gut funktionierende Verwaltung, von der er lernen könne.

Traum vom eigenen Hof verwirklicht

Roland Sauer, der Anfang September 50 Jahre alt wird, stammt aus der Gegend von Aschaffenburg, wo er als jüngstes Kind mit fünf Geschwistern aufwuchs. Nach dem Hauptschulabschluss absolvierte er eine Ausbildung zum Werkzeugmacher.

1993 verpflichtete er sich als Zeitsoldat bei der Bundeswehr, wo er im Laufe der Jahre Marine, Luftwaffe und Heer kennenlernte und nach Abschluss seiner militärischen Laufbahn als Zivilist weiterarbeitete und schließlich in den Gesamtpersonalrat gewählt wurde. Nebenberuflich war er in der Immobilienbranche und als selbstständiger Versicherungsmakler tätig.

Bei der Bundeswehr nutzte er zahlreiche Weiterbildungsangebote. Er hat nicht nur alle Führerscheine, sondern besuchte unter anderem Kurse zu den Themen Zeitmanagement, Verkaufstraining, Verhandlungspsychologie, Rhetorik, EDV-Anwendung.

Die Liebe zu Pferden begleitet ihn schon sein ganzes Leben lang. Als dann die Arbeitsumstände bei der Bundeswehr immer belastender wurden, beschloss er, sein Hobby zum Beruf zu machen und arbeitete als selbstständiger Pferdetrainer in Nidderau-Ostheim. Seine Leidenschaft ist die Westernreiterei.

Gemeinsam mit seiner pferde- und ganz allgemein tierliebenden Frau Anette suchte Roland Sauer viele Jahre einen geeigneten Bauernhof, um seine Vorstellung vom Leben mit Tieren auf dem Land zu verwirklichen. Als er schließlich das Anwesen in Gittersdorf entdeckte, wusste er sofort, „das ist unser Hof“.

Mit den Vorbesitzern, Gudrun und Dieter Austermühl, wurden sich Roland und Anette Sauer schnell einig, schwieriger war es, die Rahmenbedingungen für die Tierhaltung zu klären. Denn wenn ein Bauerhof einige Jahre keine Tiere mehr hatte, dann gilt er nicht mehr als Bauernhof, sondern nur noch als Wohnhaus. Und da ist die Haltung von mehreren Pferden nicht vorgesehen. Auf die wollten die Sauers aber nicht verzichten, auch wenn drei der fünf Tiere nicht mehr geritten werden, sondern ihr Gnadenbrot erhalten.

„Bürgermeister Walter Glänzer hat uns da sehr unterstützt“, erzählt Sauer. Und auch von den Nachbarn gab es Hilfe und Solidarität – vom Topf mit Essen, der während der Renovierungsphase vor der Tür stand, über die Erlaubnis, bei den Nachbarn zu duschen bis zur kostenfreien Überlassung von Wiesen als Pferdekoppel.

Im Gegenzug hat sich der Hof der Sauers, auf dem außer den Pferden auch noch zwei Hunde und drei Katzen leben, zum Kinderparadies und Treffpunkt entwickelt,

Die Idee, Bürgermeister zu werden, sei von Neuensteinern an ihn herangetragen worden, erzählt Sauer. Für den Fall, dass er gewählt wird, hat er auch schon eine Lösung gefunden, damit die Arbeit auf dem Hof weitergeführt werden kann. Das würde dann nämlich sein Schwager übernehmen, der ohnehin schon mehrere Tage in der Woche dort tätig ist. Um den finanziellen Rückhalt kümmert sich Anette Chadrawan-Sauer, die als selbstständige Finanzberaterin arbeitet. (Christine Zacharias)

Aufeinander treffen werden die Kandidaten beim HZ-Wahlforum am 15. September.

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