Heimatforscherin hält erste Annahme für falsch

Rätsel um den angeblichen Goldsucher aus Salzberg

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Im Kirchenbuch von Salzberg gibt es einen Eintrag vom Tod eines Johannes Hellmerich (zweiter Eintrag von unten). Dabei soll es sich um Johannes Reidt handeln.

Neuenstein. Stammt der erste Goldsucher beziehungsweise -finder in den USA doch nicht aus dem Neuensteiner Ortsteil Salzberg? Eine Heimatforscherin bezweifelt dies.

Iris Rohrbach aus Niederjossa sagt, dass die HZ-Geschichte so nicht stimmen kann.

In unserer Ausgabe vom 15. Januar hatten wir berichtet, dass John Reed, auf dessen Grundstück in North Carolina im Jahr 1799 das erste Gold in den USA gefunden wurde, als Johannes Reith in Salzberg geboren wurde, und zwar am 14. April 1759. Der uneheliche Sohn von Anna Elisabeth Reith und Johann Jakob Helmerich wurde mehreren amerikanischen Quellen zufolge 1776 zum Militär eingezogen und kam nach Amerika, wo hessische Soldaten die englischen Truppen im Kampf gegen die amerikanischen Revolutionäre im Unabhängigkeitskrieg unterstützten.

Er desertierte und ließ sich in North Carolina nieder, kaufte eine Farm, heiratete und gründete eine Familie. Er änderte seinen Namen in John Reed.

Sein Sohn Conrad fand schließlich in einem Bachlauf auf dem Grundstück seines Vaters einen großen Goldklumpen, der der Familie jahrelang als Türstopper diente, bevor sie herausfand, um was es sich bei dem gelben, schweren Stein handelte.

Soweit die Geschichte, die unter anderem auf dem Artikel von William Stevenson in der Veröffentlichung des German Historical Institute über „Immigrant Entrepreneurship: German-American Business Biographies“, vol. 1, herausgegeben von Marianne S. Wokeck und zuletzt aktualisiert am 17. Oktober 2012, beruht. Unter anderem wurde da auch berichtet, dass die Mutter Anna Reith später den Witwer Adam Henrich Hahn heiratete.

„Das stimmt so nicht“, erklärt Iris Rohrbach, die seit Jahren Heimatforschung betreibt und mit den historischen Kirchenbüchern und den in Deutschland zur Verfügung stehenden Quellen vertraut ist. Vielmehr hätten Johannes Reiths Eltern doch noch geheiratet. Dadurch sei er legitimiert worden und habe den Familiennamen Hellmerich erhalten. Dieser Johannes Hellmerich blieb in Salzberg, heiratete zweimal und starb am 6. März 1845. Beerdigt wurde er vom Salzberger Pfarrer am 9. März 1845. 1845 starb auch John Reed in North Carolina, jedoch am 28. Mai.

Johannes Reith ist, ebenso wie John Reed in den USA, ein ziemlich häufiger Name. Iris Rohrbach hat jedoch einen Johannes Rieth im Landesgeschichtlichen Informationssystem Hessen (www.lagis-hessen.de) entdeckt. Er stammt aus dem nur wenige Kilometer entfernten Appenfeld, das heute zur Gemeinde Knüllwald gehört, und ist als Deserteur gelistet.

Möglicherweise ist er der Goldsucher, gesichert ist das jedoch nicht, betont Iris Rohrbach. (zac)

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