Vikarin Dorothee Becker organisiert Fahrt

Pilgern mit Traktoren rund um Neuenstein

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Das Kreuz für die Traktorpilgerfahrt hat Vikarin Dorothee Becker mit Unterstützung ihres Vater selbst gebaut. An jeder Station wird das Bild der jeweiligen Kirche hinzugefügt.

Neuenstein – Eine Pilgerfahrt mit rund 40 Traktoren führt am kommenden Sonntag rund um die Gemeinde Neuenstein. 

Gemeinsam unterwegs sein wollen die Neuensteiner am kommenden Sonntag, und zwar mit dem Traktor. Angeregt von dem kreisweiten Traktorpilgern, das vor zwei Jahren aus Anlass des Reformationsjubiläums stattgefunden hat, beschlossen die Neuensteiner nun, so eine Aktion auf Gemeindeebene zu veranstalten.

Es seien immer wieder Anfragen gekommen, wann es denn wieder ein Traktorpilgern gebe, berichtet Vikarin Dorothee Becker. Und weil zu ihrer praktischen Ausbildung als Pfarrerin auch die Organisation einer Großveranstaltung gehört, übernahm sie diese Aufgabe.

Dass ihr Vater auf einem Bauernhof aufgewachsen ist und sie die meisten Traktortypen auseinanderhalten kann, brachte ihr dabei Pluspunkte im Vorbereitungsteam ein. Für dieses Team fanden sich fünf Männer, die neben Orts- und Personenkenntnis auch über die Bereitschaft verfügen, eine Großveranstaltung zu organisieren, freut sich Dorothee Becker.

Etwa 40 Traktoren ganz unterschiedlicher Baujahre und Hersteller werden beim Traktorpilgern dabei sein. Sie und ihre Fahrerinnen und Fahrer kommen fast alle aus Neuenstein oder haben verwandtschaftliche Beziehungen. Einzige Ausnahme: Dorothee Beckers Vater wird aus dem Raum Alsfeld ebenfalls mit einem Trecker anreisen und die Aktion seiner Tochter begleiten.

Die Tour wird am Sonntag, 14. April, um 10 Uhr am Parkplatz vor der Mehrzweckhalle in Obergeis starten, durch alle Neuensteiner Ortsteileführen und mit einem Gottesdienst um 16 Uhr in der Obergeiser Kirche enden. Auf dem Eisenberg ist um 12.55 eine Andacht geplant. Nach dem Gottesdienst soll der Tag gemütlich ausklingen mit Speisen und Getränken. Für die Verpflegung unterwegs sind die Teilnehmer selbst zuständig. Der größte Teil der Strecke führt, so erzählt Becker, über Feld-, Wald- und befestigte Seitenwege. Nur da, wo es nicht anders geht, fahren die Traktorpilger auf öffentlichen Straßen, etwa von Salzberg nach Raboldshausen oder von Mühlbach nach Aua. „Grundsätzlich gilt: Der Straßenverkehr hat Vorrang“, betont Becker, die in den Ablaufplan auch gewissen Zeitpuffer für Verzögerungen eingeplant hat. Und natürlich hat das Vorbereitungsteam die Strecke mit Traktoren abgefahren, um zu sehen, ob der Zeitplan funktioniert. Damit auch rechtlich alles in Ordnung ist, musste sie eine Vielzahl von Genehmigungen einholen und Absprachen treffen, unter anderem mit dem Forst, der Gemeinde und den Jagdpächtern. Auch die Teilnehmer, die ihre Traktoren normalerweise nur landwirtschaftlich nutzen, mussten die Fahrzeuge zum Pilgern eigens für eine „Brauchtumsfahrt“ anmelden, weil sie sonst nicht auf öffentlichen Straßen unterwegs sein dürften.

Dass so viele Neuensteiner beim Pilgern dabei sein wollen, ist für Dorothee Becker eine große Freude. Nun hofft sie, dass auch die Kirche bei dem Gottesdienst am Sonntag voll sein wird. Schließlich ist Palmsonntag, der Tag, an dem Jesus in Jerusalem einzog. Musikalisch gestaltet wird der Gottesdienst von Posaunenchor und Organist. zac

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