Gemeinsame Jahreshauptversammlung

Personelle Engpässe bei den Neuensteiner Feuewehren

Jahreshauptversammlung der Feuerwehren Neuenstein: Die Führungskräfte mit ihren Ernennungsurkunden. Rechts im Bild Bürgermeister Walter Glänzer, der stellvertrende Kreisbrandinspektor Martin Orf und Gemeindebrandinspektor Timo Harbich (von rechts). Fotos: Thomas Landsie del

Die Zusammenlegung einiger Ortsteilwehren, personelle Engpässe und die Auswirkungen des demografischen Wandels waren die großen Themen bei den  Neuensteiner Feuerwehren. 

Die Notwendigkeit der Zusammenlegung einiger Ortsteilwehren, personelle Engpässe und die Auswirkungen des demografischen Wandels waren die großen Themen des Jahresberichts von Gemeindebrandinspektor (GBI) Timo Harbich anlässlich der Jahreshauptversammlung der Neuensteiner Feuerwehren am Freitag im Bürgerhaus Aua.

Harbich sprach von einigen Engpässen, die „man in den nächsten Tagen angehen werde“. Beispielsweise gibt es im Ortsteil Salzberg keine Wehrführung mehr. Daher habe man sich auf eine Löschgruppe geeinigt, die zusammen mit der Feuerwehr Raboldshausen bestehen wird. Auch der Posten des Gemeinde-Jugendfeuerwehrwarts konnte bislang nicht besetzt werden.

Harald Stippich, der stellvertretende Gemeindebrandinspektor, unterstrich nochmals die Bedeutung der Jugendfeuerwehr für die Nachwuchsgewinnung: „Ohne Jugendfeuerwehr keine Einsatzabteilung“.

Den Einsatzabteilungen gehören aktuell insgesamt 155 Feuerwehrleute an; die Alters- und Ehrenabteilung besteht aus 129 Kameraden. In der Jugendfeuerwehr befinden sich 39 Jungen und fünf Mädchen, der Feuerwehrverein verzeichnet 773 Mitglieder.

Über die Tagesalarm-Gruppe sei der Brandschutz in der Gemeinde sichergestellt, versicherte der Harbich. Verstärkung soll die Tagesalarm-Gruppe noch in diesem Jahr durch acht Kameraden von GLS bekommen, die dann das Fahrzeug von Obergeis besetzen.

Ausgezeichnet: Gemeindebrandinspektor Timo Harbich, Stefan Schmidt (silbernes Brandschutzehrenzeichen), stellvertretender Gemeindebrandinspektor Harald Stippich, Kurt Walper (goldenes Brandschutzehrenzeichen), stellvertretender Kreisbrandinspektor Martin Orf, Bürgermeister Walter Glänzer (von links).

Materiell werde man zukünftig laut Harbich um den Neubau von Feuerwehrgerätehäusern nicht herumkommen, ebenso wenig um die Neubeschaffung von einigen Fahrzeugen, unter anderem auch ein Einsatzleitwagen, der seit Jahren fehle.

2018 leisteten die Neuensteiner Wehren insgesamt 30 Einsätze, darunter neun Brandeinsätze sowie 21 Hilfeleistungen. Besonders in Erinnerung geblieben sind der Brand einer Hackschnitzelanlage in Saasen, der in einem fünfstündigen Einsatz mit Unterstützung der Wehren aus Bad Hersfeld, Ludwigsau, Niederaula und Breitenbach/H. gelöscht werden konnte sowie ein Waldbrand im August, der sich auszubreiten drohte. Auch hier dauerte der Einsatz fünf Stunden.

Helmar Klippert vom Kreis-Feuerwehrverband berichtete den Feuerwehrkameraden über eine wichtige Verbesserung im Hinterbliebenenschutz.

Seit diesem Jahr sind jetzt auch (unverheiratete) Lebenspartner von im Einsatz verunglückten Kameraden finanziell abgesichert.

Für ungläubiges Kopfschütteln sorgte hingegen ein Hinweis des Gemeindebrandinspektors zum Hessentag: Kameraden, die sich freiwillig für den Brandsicherheitsdienst melden, müssen dazu ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen. Ein altgedienter, bereits leicht ergrauter Feuerwehrmann kommentierte die trocken mit „Wir Feuerwehrleute sind ja auch allesamt Terroristen“.

Außerdem auf der Tagesordnung standen noch zahlreiche Beförderungen sowie Auszeichnungen für langjährige Tätigkeit in der freiwilligen Feuerwehr, die Gemeindebrandinspektor Harbich, Bürgermeister Glänzer und der stellvertretende Kreisbrandinspektor Orf vornahmen. Der Gemeindefeuerwehrtag der Neuensteiner Wehren findet in diesem Jahr vom 21. Bis 23. Juni im Ortsteil Untergeis statt.

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