Aktion der Feuerwehr

Ostern wie zu Omas Zeiten: Kinder lernten in Raboldshausen alte Färbetechnik kennen

+
Selbst Ostereier kochen und färben: Das machte den Kindern am Samstagnachmittag auf dem Dorfplatz in Raboldshausen mächtig Spaß, und Osterhase Ulrich Schwarz sorgte dafür, dass dabei keiner zu kurz kam. 

 Zum Ostereier-Färben wie zu Omas Zeiten hatte am Nachmittag des Samstags vor Ostern die Feuerwehr auf den Dorfplatz des Neuensteiner Ortsteils eingeladen.

„Man muss was tun, damit etwas los ist im Dorf“, sagt der als Osterhase verkleidete ehemalige Wehrführer Ulrich Schwarz. Osterfeuer mit gegrillter Bratwurst gebe es allenthalben rundherum. Das sei ihnen zu langweilig gewesen. So entstand – vermutlich aus einer Bierlaune heraus – die Idee zum gemeinsamen Eierfärben. Zum zweiten Mal fand die Veranstaltung statt und sie wird gut angenommen. So stehen an einer langen Theke Behältnisse mit siedendem Wasser, in dem die Eier zunächst erst einmal gekocht werden müssen. Es folgen Töpfe mit angesetzten Farbmischungen: rot, blau, grün, gelb. Wichtigstes Utensil für die Kinder und ihre Helfer sind Esslöffel. Damit werden die Eier vorsichtig in das kochende Wasser gelegt und später auch wieder herausgefischt. Auch das Einlegen in das Farbbad erfolgt mittels Löffeln, wobei jeder Farbbottich möglichst seinen „eigenen“ Löffel hat, um Verunreinigungen zu vermeiden.

Eine Besonderheit aus vergangenen Zeiten sind die so genannten „Zwebbelärsch“. Dabei werden die Eier in einem Sud aus Zwiebelschalen braun gefärbt. Früher, als man am Ostersonntag noch zum Eierwerfen auf die Wiese ging oder gar versuchte, sein Ei über das Dach der nachbarlichen Scheune zu schleudern, seien diese Eier ganz besonders beliebt gewesen, weil sie – angeblich – außergewöhnlich bruchfest waren. Sei’s drum. Je weiter das Ei flog, desto größer die Gefahr, dass zumindest die Schale geborsten oder – im schlimmsten Fall – das Ganze auch nur noch „Matsche“ war.

Den Kindern machte das Eierfärben viel Spaß, gegen Hunger half ein umfangreiches Kuchenbuffet mit Torten, Blechkuchen, frischen Waffeln und heißem Kaffee. Und, so Schwarz: „Vielleicht können junge Eltern auch noch etwas dazu lernen, in Zeiten, in denen es bunte Eier das ganze Jahr über in den Supermärkten gibt.“

Etwas abseits des Trubels waren ein kleines Gehege mit Küken und sogar ein Brutkasten aufgebaut. Mit etwas Glück konnte man hier sogar zusehen, wie sich eines der kleinen Küken „aus dem Ei pellte“.

Mehr als 200 Eier hatten die Feuerwehrleute bereitgestellt und Eintritt zu dem kleinen Fest musste niemand bezahlen. Dafür waren Spenden willkommen. „Wir hören es aber lieber rascheln als klimpern“, stellte der stellvertretende Gemeindebrandinspektor Harald Stippich diesbezüglich fest.

Kommentare