76 Fahrgäste seit Beginn

Neuensteiner Bürgerbus sorgt für mehr Lebensqualität

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Der Bürgerbus Neuenstein wird gut angenommen. Darum kümmern sich (von links) Koordinator Bernd Ziehn und die Fahrer. Zum Fototermin kamen Helge Tamm, Heinz Bettenhausen, Dieter Knott und Herbert Schmiedl. Insgesamt sind 16 Fahrerinnen und Fahrer mit dem Bürgerbus unterwegs. 

Mindestens zweimal in der Woche ist der Neuensteiner Bürgerbus seit Anfang Juli unterwegs im Gemeindegebiet oder nach Bad Hersfeld. Die Resonanz ist gut, es gibt viel Lob.

An Bord sind ein ehrenamtlicher Fahrer oder eine Fahrerin und bis zu acht Senioren. 76 Fahrgäste waren es bis zum 22. August. Die Nachfrage ist steigend.

Die in ihrer Mobilität eingeschränkten Menschen werden an der Haustür abgeholt und bis zu ihrem Ziel gebracht, berichtet Bernd Ziehn, der den Einsatz des Busses koordiniert und auch selbst am Steuer sitzt. Zum Service gehört es auch, dass die Einkäufe nicht nur sicher im Bus verstaut, sondern bis in die heimische Küche getragen werden, betont Ziehn.

Die Neuensteiner schätzen dieses neue Angebot des Vereins mum (Menschen unterstützen Menschen) sehr. Helge Tamm erzählt von großer Dankbarkeit und Dieter Knott hat schon mehrfach gehört, dass die Fahrgäste sich über einen Gewinn an Lebensqualität freuen. Dementsprechen groß ist die Bereitschaft, sich mit einer Spende an den Kosten zu beteiligen. Auch Bürgermeister Walter Glänzer freut sich über ungewohnt viel Lob für den Bürgerbus. Normalerweise wird er bei Veranstaltungen eher auf die Dinge angesprochen, die nicht funktionieren.

Das Projekt Bürgerbus funktioniert jedoch prima. Mindestens einen Tag vor der geplanten Fahrt müssen die Interessenten sich anmelden, Bernd Ziehn stellt dann die Route zusammen und bemüht sich, allen Terminwünschen gerecht zu werden. Sein Ziel ist es, dass der Bus möglichst nur einmal in Richtung Bad Hersfeld und wieder zurück fährt. Nicht immer ist das möglich. Denn Bernd Ziehn ist es ein Anliegen, jeden Wunsch zu erfüllen, auch wenn die Fahrt nicht am Dienstag- oder Donnerstagvormittag stattfinden soll. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass der Freitag als zusätzlicher Fahrtag angeboten werden muss, sagt Ziehn.

Der Koordinator freut sich über die große Bereitschaft der Neuensteiner, das Projekt Bürgerbus zu unterstützen. „Jeder, den ich angesprochen habe, war sofort bereit mitzumachen“, sagt Ziehn. 16 Fahrerinnen und Fahrer sind es bisher, weitere sind immer willkommen. Sie alle sind nicht mehr berufstätig. Wer als Bürgerbusfahrer tätig sein möchte, benötigt lediglich einen Führerschein der Klasse B. Ein Personenbeförderungsschein ist nicht erforderlich. Die Neuensteiner Fahrer wollen ihn dennoch haben – als zusätzliche Sicherheit. Deshalb wollen auch alle gemeinsam ein Fahrsicherheitstraining und einen Erste-Hilfe-Kurs absolvieren.

Auch die Pflege und technische Instandhaltung des Busses wird ehrenamtlich erledigt. Darum kümmert sich Herbert Schmiedl, der viele Jahre bei Opel tätig war.

Mit dem Bürgerbus kann man übrigens nicht nur zu wichtigen Terminen fahren. Das vom Land Hessen geförderte Projekt sieht ausdrücklich vor, das Miteinander der Menschen zu fördern. Das heißt, man kann den Bus auch nutzen, um Verwandte oder Freunde zu besuchen oder gemeinsam zum Kaffeetrinken zu gehen. Geplant ist zudem eine Ausweitung des Angebots, sodass auch kulturelle Veranstaltungen besucht werden können.

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