Unfall und Waldbrand

Helden auf dem Prüfstand: Feuerwehrübung in Saasen

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Feuerwehrübung in Saasen: Das eingeklemmte Unfallopfer im verunglückten Pkw muss mit aller Vorsicht freigeschnitten werden.

Ein Unfall und ein Waldbrand forderten die Brandschützer aus Mühlbach, Saasen und Obergeis bei deren Übung im Neuensteiner Ortsteil Saasen. Wehrführer Maik Hagemeier war zufrieden.

Zwei Autos sind kollidiert, ein Verletzter musste aus einem der beiden Unfallwagen geschnitten werden. „Hat alles nach Plan geklappt“, freut sich Wehrführer Maik Hagemeier. Der 34-jährige Feuerwehrmann packt sein Klemmbrett ein und die Feuerwehrübung der Wehren Mühlbach, Saasen und Obergeis ist beendet.

Auch das Unfallopfer kann jetzt wieder unverletzt aufstehen und wird von seiner Halskrause befreit. Der blaue Polo ist allerdings nicht mehr zu retten. Das Unfallauto ist von den Rettern in seine Einzelteile zerlegt worden. Dabei kam schweres Gerät zum Einsatz, mit einem Körner hatten die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren zunächst die Scheiben eingeschlagen. Die Metallspitze, die auf einer Feder angebracht ist, lässt die Seitenscheiben in winzige Splitter zerbersten.

Dann steigt einer der Feuerwehrleute zu dem Unfallopfer in das Fahrzeug. Denn jetzt kommen die hydraulischen Schneidwerkzeuge zum Einsatz. Mit dem Spreizer und der Schere arbeiten sich die Rettungskräfte zu dem vermeintlich Eingeklemmten vor. Ein Kollege überwacht in dieser Zeit das Opfer, damit dieses nicht von den starken Geräten verletzt wird. Mit einem lauten Krachen bricht die Fahrertür aus dem Angeln und auch der restlichen Verkleidung geht es an den Lack. Erst als die Feuerwehrleute den Verletzten in Rückenlage aus dem Wagen heben können, sind die mit ihrem Befreiungsversuch zufrieden.

Benita und Christine verlegen die Löschschläuche, um den Wald vor dem Abbrennen zu retten. Das komplette Bild sehen Sie, wenn Sie auf das Kreuzchen oben rechts klicken.

Dabei haben die Wehrleiter ein strenges Auge auf ihr Team, denn im Notfall muss jeder Lebensretter die notwendigen Handgriffe schnell und präzise ausführen können. Und von denen gibt es so einige: den Unfallwagen auf abschüssigem Gelände mit Holzblöcken sichern, nicht mit den Kabeln der hydraulischen Geräte ins Gehege kommen und gleichzeitig das Unfallopfer seelisch betreuen – die Lebensretter haben alle Hände voll zu tun. Und dann bricht auch noch ein Waldbrand aus. Den Notfall zu üben ist Wehrführer Hagemeier besonders wichtig, denn: „Unsere Wälder werden immer trockener und die Gefahr eines Waldbrands nach einem Verkehrsunfall ist eine möglicher Folge“, erklärt Hagemeier.

Doch um das Löschwasser auf die Lichtung unterhalb des Schlosses in Saasen zu bekommen, müssen die Einsatzkräfte lange Feuerwehrschläuche von der Geis bis in den Wald verlegen. Und die widerspenstigen Schläuche auf den Brand zu richten ist gar nicht so leicht, stellen Benita und Christine von der Freiwilligen Feuerwehr Mühlbach fast. Am Ende ist der angenommene Waldbrand erfolgreich gelöscht, das Unfallopfer ist in Sicherheit, und die Retter sind für den Ernstfall vorbereitet. (kh)

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