Während der Pandemie die Kunst entdeckt

Farida Siegel aus Mühlbach malt gegen den Corona-Blues

Farida Siegel malt im Keller ihres Hauses, den sie als Atelier eingerichtet hat, an einem Bild.
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Motive aus der Natur: Farida Siegel hat sich im Keller ihres Hauses in Mühlbach ein Atelier eingerichtet.

Farida Siegel aus Neuenstein-Mühlbach hat während der Corona-Pandemie das Malen wiederentdeckt. Inzwischen kann sie sich sogar eine Ausstellung vorstellen.

Mühlbach – Farida Siegel hat schon in vielen Ländern der Welt gelebt. Vor zwölf Jahren ist die Indonesierin mit ihrem Mann Günther in dessen Heimatdorf Mühlbach sesshaft geworden.

Farida Siegel ist eine aktive, vielseitig interessierte Frau. Sie singt in der Chorgruppe, wenn es denn möglich ist, sie hatte einen Job und sie hatte gerne Kontakt mit den vielen Verwandten, die in der Umgebung leben. Das hilft auch ihren Kenntnissen der deutschen Sprache, die sie stetig verbessern möchte. Und natürlich reist sie regelmäßig in ihre alte Heimat, um ihre Familie und Freunde dort zu besuchen.

All das ist im vergangenen Jahr weitgehend zum Erliegen gekommen. Deshalb ist Farida Siegel froh, dass sie ein neues Hobby für sich wiederentdeckt hat: die Malerei.

Schon in der Schule habe sie gerne gemalt, erzählt Farida Siegel. Doch später habe sie nie die Zeit dazu gefunden. Zeit hatte sie jetzt, und zwar reichlich. Ihren Job in der Tankstelle hat sie aufgegeben, weil ihr das Ansteckungsrisiko zu hoch war. Reisen waren nicht mehr möglich und auch der Besuch ihres Bruders musste abgesagt werden.

Farida Siegel begann mit kleinen Bleistiftzeichnungen. Lieblingsmotiv war ihr kleiner Hund Mia. Ehemann Günther ermutigte sie weiterzumachen und auch mit Farbe zu arbeiten. Nun hatte Farida Siegel Feuer gefangen. Im Keller richtete sie sich ein Atelier ein, wo sie mit Wasserfarben, Acryl- und Ölfarben experimentieren kann. Über Internetkurse erarbeitete sie sich künstlerische Techniken und die Grundzüge der Farbenlehre. So lernte sie zum Beipiel, wie man Wasser malen kann oder wie Farben miteinander wirken.

Ihr Lieblingsmotiv ist die Natur. Felder, Strände, Blumen, Bäume – all das findet sich auf ihren Bildern. Dabei fließen immer wieder Erinnerungen an ihre indonesische Heimat mit ein, exotische Blüten zum Beispiel oder die tropische Natur. Ein Bild zeigt einen idyllischen See mit der Hütte ihres Großvaters, wo sie als Kind viel Zeit verbrachte. „Diese Bilder habe ich alle noch im Kopf“, erzählt Farida Siegel und sie räumt ein, manchmal auch ein wenig Sehnsucht danach zu haben.

Fast alle Bilder wirken fröhlich, bezaubern durch kräftige Farben. Positiv denken, egal was auch kommt, ist Farida Siegels Lebensprinzip.

Gemalt hat Farida Siegel zunächst vor allem für sich. Erfreut stellte sie fest, dass ihre Bilder in der Familie und bei Freunden gut ankamen. Nun denkt sie darüber nach, irgendwann in ihrer Scheune eine Ausstellung zu gestalten. „Verkaufen will ich die Bilder aber nicht“, sagt sie. Denn da hängt zu viel Persönliches drin. (Christine Zacharias)

faridasiegel.blog.com

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