Pläne vorgestellt

Elf-Millionen-Euro-Projekt: Ein Seniorenzentrum für Neuenstein

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Volles Haus bei der Vorstellung der geplanten Pflegeeinrichtung in Neuenstein-Obergeis, die von Carestone gebaut und von Charleston betrieben werden soll.

 Ein Seniorenzentrum mit 84 Vollzeit- und 16 Tagespflegeplätzen soll in Neuenstein entstehen. Auch Kurzzeit- und Verhinderungspflege soll möglich sein.

Investor und Betreiber stellten das Projekt jetzt im voll besetzten Bürgerhaus von Aua vor. Gebaut werden soll das Pflegeheim in Obergeis auf einem Grundstück zwischen Schulstraße und Mühlgraben. Für Projektentwicklung und Umsetzung ist die Firma Carestone verantwortlich. Das in diesem Jahr aus den Firmen WI-Immogroup und Wirtschaftshaus zusammengeschlossene Unternehmen mit Sitz in Garbsen und Hildesheim bietet Pflegeimmobilien in Teileigentum an. Die Apartements können als Geldanlageobjekte erworben werden, erläuterte Projektentwicklerin Hannah Behrens. Mit dem Verkauf werde parallel zum Baubeginn begonnen. „So finanzieren wir uns“, erläuterte Behrens. Objekte von Carestone gebe es in ganz Deutschland, unter anderem in Kassel, Fulda und Herbstein.

Investiert werden sollen 11 Millionen Euro, der Baubeginn ist für März 2020 geplant, fertiggestellt werden soll das Gebäude im Juli 2021.

So soll das geplante Seniorenzentrum in Obergeis nach den Entwürfen des Architekturbüros Haid aussehen. Oben ist die Schulstraße.

Geplant sind 84 Einzelappartements mit einer Fläche von 22 bis 25 Quadratmetern. Jedes Zimmer verfügt über ein eigenes, barrierefreies Bad mit Dusche und WC, stellte Architekt Carsten Herges die konkreten Pläne vor. Im Eingangsbereich soll ein Café-Bistro für Bewohner und Gäste entstehen, auf jeder Etage sind große Aufenthaltsräume mit Terrassen geplant.

Das Betreuungskonzept der Charleston-Unternehmensgruppe, die das Haus betreiben soll, setzt sehr auf Gemeinsamkeit. Das Unternehmen mit 3800 Mitarbeitern und 200 Auszubildenden betreibt Pflegeeinrichtungen zwischen Füssen und Fehmarn an 46 Standorten, berichteten Regionalleiter Alexander Schmechel und Projektleiterin Angelika Tautz.

Das Unternehmen lege Wert auf enge Kontakte zu den Angehörigen und auch zu den Vereinen. Bürgermeister Walter Glänzer zeigte sich froh, dass das lang geplante Projekt nun konkret werden soll und Neuensteiner die Möglichkeit erhalten, bis ins hohe Alter in ihrer Gemeinde zu bleiben. 

"Alles genau nach Vorschrift"

Aufmerksam verfolgten gut 100 Besucherinnen und Besucher die Präsentation der Pläne durch Investor, Planer und Betreiber. Nachfragen gab es zum Beispiel zum Konzept, Pflegeimmobilien im Teileigentum zu errichten. Dieses Konzept sei vor allem als Geldanlage gedacht, machte Hannah Behrens von Carestone Senior-Living deutlich. Eigentümer, die selbst einziehen wollten, würden jedoch bevorzugt behandelt und erhielten das nächste freie Apartment, das dann aber nicht unbedingt das ihnen gehörende sei. Für ihre Investition könnten Eigentümer mit einer Rendite von etwa vier Prozent rechnen, versicherte Behrens.

Bei Raumgröße und Personalschlüssel halte man sich genau an die gesetzlichen Vorgaben, beantworteten Charleston-Regionalleiter Alexander Schmechel und Projektleiterin Angelika Tautz weitere Fragen. Das werde zudem alles sehr sorgfältig kontrolliert. Nicht ganz so einfach gestaltete sich die Antwort auf die Frage, was denn nun ein Platz in dem neuen Seniorenzentrum koste. Das sei abhängig vom Pflegegrad und vom Ergebnis der Verhandlungen mit den Pflegekassen und dem Sozialhilfeträger. Als mögliche Summe nach Abzug des Kassenbeitrags nannte Schmechel einen Betrag zwischen 2000 und 2500 Euro.

 Das bestätigte Kommunalpolitiker Jürgen Schäfer, der für die CDU im Kreisausschuss sitzt und über die Pflegesätze unter anderem für das kreiseigene Haus in Niederaula beschließt. Neue Häuser seien zudem teurer als ältere Immobilien, machte er deutlich

. Die Ärztin Dr. Cordula Haßler aus Knüllwald regte zudem an, in der neuen Einrichtung eigene Physiotherapeuten zu beschäftigen, da sie festgestellt habe, dass es schwierig sei, Termine bei niedergelassenen Therapeuten zu bekommen, vor allem, wenn Patienten nicht mehr mobil seien. Auch über eine eigene Ergotherapie in dem neuen Seniorenzentrum werde nachgedacht, teilte Angelika Tautz mit.

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