Ansiedlung erfolgreich

Edelkrebse sind wieder im Geisbach unterwegs

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Dieser Edelkrebs hatte sich im Rechen vor der Turbine bei der Liedemühle verfangen und wurde vom Bereitschaftsleiter der Bergwacht, Heinrich Nitz, fotografiert und wieder im Mühlgraben ausgesetzt.

Zwei Edelkrebse sind zum Jahresende 2019 laut einer Mitteilung der Bergwacht Neuenstein im Geisbach gesichtet worden.

Eines der Tiere der Gattung Astacus astacus wurde bei der Papiermühle entdeck und eines bei der Liedemühle. 

Das Vorkommen von Krebsen dieser Art ist wie das Vorkommen der Wasseramsel ein Hinweis auf die besondere Qualität eines Fließgewässers und attestiere dem Geisbach somit die „Güteklasse 1“, heißt es in einer Pressemitteilung der Bergwacht.

Ende der 60er-Jahre seien von den Pächtern der Fischwaid am Geisbach zuletzt diese Krustentiere beobachtet worden, die seit der Dinosaurierzeit in Mitteleuropa existieren. Nach dem Bau der Geistalkläranlage konnte sich die Wasseramsel wieder am Geisbach ansiedeln. Das bewog die DRK-Bergwacht Bereitschaft Neuenstein, die im Jahr 1997 die Bachpatenschaft für die Geis übernommen hatte, nun auch den Edelkrebs wieder in dem gereinigten Fließgewässer anzusiedeln. Förster Hans Raudonat vom Forstamt Rotenburg stellte 100 Exemplare, die je 5 D-Mark kosteten, zur Verfügung. Sie wurden in den Jahren 2001 und 2002 mit finanzieller Unterstützung der Fischwaid-Pächter von der Bergwacht ausgesetzt. Die bis zu 25 Zentimeter großen Krebse erreichen ein Alter von fünf bis zehn Jahren.

Um den Erfolg der Maßnahme zu kontrollieren, wurden von der Bergwacht eigens Fangreusen angeschafft. Ab 2004 wurden diese mit Rehwildleber, einem Leckerbissen für Krebse, fachgerecht als Köder bestückt. Die Kontrollfangaktion blieb zunächst ohne Erfolg.

„Umso erfreulicher ist es für die Bergwacht und alle Naturfreunde, dass jetzt das Vorhandensein von Edelkrebsen im Geisbach durch die Sichtungen von zwei ausgewachsenen und somit geschlechtsreifen Exemplaren bestätigt worden ist“, heißt es in der Mitteilung.  red/czi

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