Lift steht still, Loipen nicht gespurt

Corona bremst Skifahrer auf dem Eisenberg aus

Am Samstagnachmittag schien bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt immer mal wieder die Sonne von dem blauen Himmel und machte so den Eisenberg zum Winterparadies und beliebten Ausflugsziel.
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Am Samstagnachmittag schien bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt immer mal wieder die Sonne von dem blauen Himmel und machte so den Eisenberg zum Winterparadies und beliebten Ausflugsziel.

Reichlich Betrieb herrschte am vergangenen Wochenende auf dem Eisenberg. Der Schlittenhang war voll und auch auf dem Skihang tummelten sich einige Kinder und Erwachsene.

Neuenstein/Kirchheim – Für alpine Skifahrer und Langlauffreunde indes war die Lage wenig erfreulich. „Wir haben uns heute Morgen noch einmal besprochen“, berichtet der stellvertretende Bereitschaftsleiter der Neuensteiner Bergwacht, Ernst Hellwig, „und haben beschlossen, die Piste nicht zu präparieren und die Loipen nicht zu spuren“. Das läge zum Einen daran, dass die Schneeauflage noch nicht sehr üppig sei, besonders aber an dem bis zum 31. Januar währenden Lockdown. „Bis dahin wird das so bleiben, und wenn danach noch Schnee liegt, werden wir neu beraten“, sagt Hellwig.

Mit ihrem Motorschlitten sind die Leute von der Bergwacht auf dem verschneiten Eisenberg unterwegs.

Nur zu gerne hätte der Hüttenwart die Skihütte am Start des Liftes geöffnet, die Besucher mit Glühwein und Grillwürstchen versorgt und den Steilhang mit fetziger Musik beschallt. Jetzt herrscht Ruhe auf der kleinen Terrasse. Ab und an kommen Leute und fragen ob und wann der Lift in Betrieb geht, einer will gleich die ganze Anlage für einen Tag mieten. „Wir wollen nicht noch mehr Leute auf den Berg locken“, begründen die Skiclubmitglieder den Corona-Stillstand. Die Loipen würden auch deshalb nicht gespurt, weil besonders in den Fichtenwäldern eine hohe Gefahr von Schneebruch bestehe. Hellwig mahnt in diesem Zusammenhang auch Spaziergänger zur Vorsicht.

Winterzauber auf dem Eisenberg: Abseits der Rodel- und Skihänge ließ sich auch Ruhe und Einsamkeit finden.

Derweil war unter den Schlittenfahrern die Laune gut. Von Corona war nichts zu spüren, Masken sah man keine und ob die Abstandsregeln überall eingehalten wurden, ist zumindest fraglich. Der Blick auf die vollen Parkplätze verriet, dass nicht nur Hersfelder und Schwälmer den Weg auf den Hausberg gefunden hatten, sondern auch schneehungrige Besucher aus der Rhön, dem Vogelsberg und sogar aus Südhessen offenbar den Eisenberg als Ausweichziel für die gesperrten Pisten vor ihren Haustüren nutzten. (Bernd Löwenberger)

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