Schon fast 100 000 Euro

„Colin hilft Paul“: 14-Jähriger bedankt sich bei Spendern

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Mehr als nur ein Pflichtbesuch: Staatsminister Michael Roth unterstützt seit jeher Colins Spendenaktionen (auf dem Foto mit Colins Mutter Daniela).

Schon fast 100 000 Euro hat der 14-jährige Colin Rimbach für den Kinderhospizverein gesammelt, indem er Badeenten – im Tausch gegen eine Spende – verschenkt hat.

Die Entchen sind sein Markenzeichen. Schon fast 100 000 Euro hat der 14-jährige Colin Rimbach für den Kinderhospizverein gesammelt, indem er immer neue Varianten der Tiere – im Tausch gegen eine Spende – verschenkt hat. Der Betrag ist auch deswegen so hoch, weil der Schüler der Rotenburger Jakob-Grimm-Schule so viele Unterstützer hat. Deswegen war es für ihn und seine Eltern nun Zeit, Danke zu sagen. Zu der Spendenübergabefeier ins Hotel Hess in Aua kam unter anderem Winnetou-Darsteller Jean-Marc Birkholz.

Wer möchte nicht mal gerne neben Winnetou sitzen? Sabine Amlung, der Schulleiterin der Rotenburger Jakob-Grimm-Schule, war dieses ganz besondere Erlebnis bei der Feier vergönnt.

Zu der waren, ganz nach dem vom Überraschungsgast inspirierten Motto, über fünfzig Blutsbrüder und -schwestern des 14-jährigen Ersröders, der sich seit fünf Jahren unter der Überschrift „Colin hilft Paul“ für den Deutschen Kinderhospizverein (DKHV) engagiert, gekommen. Dafür ist er inzwischen sogar schon von der Bundesfamilienministerin geehrt worden.

Auf Kosten des eigenen Kontos bat das Ehepaar Rimbach zur Spendenübergabe mit Überraschungen für Gaumen und Geist ins Hotel Hess in Aua.

Auf den wahren Willen kommt es an: Winnetou-Darsteller Jean-Marc Birkholz hat Colin Rimbach gerade gezeigt, wie man Blutsbrüderschaft schließt, auch wenn das Messer nicht ganz so scharf ist.

Gekommen waren Geschäftsleute, die Spenden-Aktionstage ermöglichen, Vertreter von Firmen und Vereinen, die spenden, Repräsentanten von Firmen, die Kunststoffenten zur Verfügung stellen, Privatleute, die sich über die Maßen engagieren, Staatsminister Michael Roth und als Überraschungsgast der Schauspieler Jean-Marc Birkholz. Der 45-jährige Berliner gibt seit 2012 auf der Freilichtbühne in Elspe/Sauerland den Winnetou, und seit Rothaut Jean-Marc und Bleichgesicht Colin sich näher kennengelernt haben, zählt Birkholz zum großen Unterstützerkreis von „Colin hilft Paul“.

Mit zurückhaltendem Winnetou-Charme und faszinierender, Karl-May-Figuren akustisch-plastisch vor Augen malender Baritonstimme gelang es dem auch von der Serie „Polizeiruf 110“ bekannten Mimen scheinbar mühelos, sein Publikum zu begeistern und in den wilden Westen zu entführen. Zusammen mit einem Freund von Colin demonstrierte er, wie man sich auf der Bühne „schlägt“, und mit Colin selbst schloss er – stilecht, aber ohne dass es wehtat – den Blutsbrüderbund.

Badeenten kann man immer gebrauchen: Mathias Broegger von der Firma Badeen ten.de, die regelmäßig und extrem großzügig Enten-Nachschub liefert, hat Colin zur Feier des Tages ein besonders schönes Exemplar der possierlichen Tierchen mitgebracht.

Höhepunkt des Abends war die Übergabe eines riesengroßen 20 000-Euro-Spendenschecks an Martina Jurisic und Lena Vollmers als Vertreterinnen des Deutschen Kinderhospizvereins. Damit nähert sich der von Colin und seinen Mitstreitern über rund fünf Jahre gesammelte Spendenbetrag der 100 000-Euro-Marke, wie Daniela Rimbach, die ihrem Sohn engagiert zur Seite steht, betonte. Über den vom Elspe-Festival für eine Verlosung zur Verfügung gestellten Gutschein für den Besuch von „Winnetous letzter Kampf“ durfte sich Daniela Kalinna freuen, die Colin als „sprechendes Badeentchen“ unterstützt. Schulleiterin Sabine Amlung, die das soziale Engagement des Achtklässlers als „Arbeitgeberin“ begleitet, ging insoweit leer aus. Aber sie saß ja direkt neben Winnetou. apl

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