Asphalt soll Lärm mindern

Bauboom in Neuenstein: Gemeindevertretung berät über Bauleitplanung

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Bürgermeister Walter Glänzer.

Ein Bauleitplanverfahren nach dem anderen steht in der Gemeinde Neuenstein an. Dabei geht es um Gewerbeprojekte,um Wohngebiete, aber auch die Fläche für das geplante Pflegeheim.

Auch in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung ging es wieder um Bebauungspläne. Zum einen musste eine Änderung bezüglich der Flächenversiegelung in den Bebauungsplan „Auf dem Koppelstück“ in Obergeis eingearbeitet werden. 

Hier will sich ein Medizintechnik-Unternehmen ansiedeln, das mehr Fläche benötigt, als es die Festlegungen des Plans pro Unternehmen vorsehen. Die Änderung wurde einstimmig beschlossen und wird jetzt öffentlich ausgelegt.

Keine Bauplätze mehr in Neuenstein

Der Kaufvertrag für das Grundstück sei bereits geschlossen, berichtete Bürgermeister Walter Glänzer. Jetzt könne der Bauantrag gestellt werden.

Außerdem informierte der Bürgermeister über das nächste geplante Projekt. Weil es in Neuenstein keine Bauplätze mehr gibt, aber bereits zehn konkrete Anfragen von Bauwilligen vorliegen, sollen in Obergeis im Anschluss an das bestehende Baugebiet Feldwiese weitere gut 20 Bauplätze ausgewiesen werden. 

Die Flächen seien bereits alle im Besitz der Gemeinde, informierte Glänzer. Das Bauleitplanverfahren werde jedoch mindestens sechs Monate in Anspruch nehmen. Es soll in der Februar-Sitzung des Parlaments gestartet werden.

Dringlichkeitsantrag der SPD

Glänzer wies auf die große Zahl von Bauleitplanverfahren hin, die in den vergangenen Jahren durchgezogen wurden. „Wenn alle gewerblichen Projekte abgeschlossen sind, haben wir in unserer kleinen Gemeinde mehr als 2000 Arbeitsplätze“, stellte der Bürgermeister voll Stolz fest.

Kurzfristig auf die Tagesordnung der Parlamentssitzung wurde ein Dringlichkeitsantrag der SPD zum Lärmaktionsplan Hessen aufgenommen. Hierzu können die Gemeinden und sonstige Betroffene bis zum 21. Januar 2020 Stellungnahmen abgeben. 

Da das Parlament nicht mehr vor diesem Termin tagt, sei die Dringlichkeit gegeben, hatte Heinrich Hemel argumentiert. Sowohl die Dringlichkeit als auch die Stellungnahme wurden einstimmig beschlossen.

Neuenstein: Asphalt soll Lärm mindern

In der Stellungnahme weist die Gemeinde Neuenstein darauf hin, dass die bestehende Geschwindigkeitsreduzierung auf der Autobahn 7 in Richtung Süden verlängert werden sollte. Bei der anstehenden Fahrbahnsanierung sollte lärmmindernder Asphalt verwendet werden. 

Außerdem werden der Ausbau eines Lärmschutzwalls, bzw. von Lärmschutzwänden für die Ortsteile Saasen und Aua sowie Lärmenschutzwände an der Unterführung der Holsteiner Straße in Aua angeregt.

Vier Millionen Euro für ganz Hessen

Auch auf der Bundesstraße 324 habe der Lkw-Verkehr stark zugenommen, argumentierte Heinrich Hemel. Deshalb solle ein Nachtfahrverbot für alle Lkw, die nicht den Zielort Neuenstein hätten, eingerichtet werden.

Da für Lärmschutzmaßnahmen in ganz Hessen nur vier Millionen Euro zur Verfügung stünden, ist Bürgermeister Walter Glänzer allerdings nicht sehr optimistisch, dass kostspielige Bauprojekte umgesetzt werden.

Eine Stellungnahme zum Lärmaktionsplan hatte die Gemeinde Neuenstein bereits im vergangenen Jahr abgegeben. Die wird nun ergänzt und auf den neuesten Stand gebracht.

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