Am Wochenende wird gefeiert

Wanderverein Gerterode: Ein junger Verein wird 40

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Rastmöglichkeit für müde Wanderer und Erholungssuchende: Julius Gerland (von links) freut sich mit Papa Andreas, der auch Wegewart des Wandervereins Gerterode ist, Bärbel König, Wolfgang Möller, Ingo Dach und Ortsvorsteher Rudolf Röhling über die neue, am Wanderweg G 56 aufgestellte Ruhebank. Gleich wird er seine aus der Getränkehöhle stammende, erdgekühlte Limonade probieren.

Der Wanderverein Gerterode feiert am Wochenende seinen 40. Geburtstag. Der Verein ist eine wichtige Triebfeder im Dorf und besonders engagiert bei der Kinder- und Familienarbeit.

Das Wandern ist des Müllers Lust. In Gerterode ist das nur ein Teil der Wahrheit, denn im schön gelegenen Besengrunddorf wandert fast jeder.

Und weil es sich in Gemeinschaft besonders schön wandern lässt, haben die „Schnääl“, wie die Gerteröder wegen ihrer besonnenen, angeblich nur im Schneckentempo vonstattengehenden Arbeitsweise genannt werden, 1979 einen Wanderverein gegründet, dessen 40-jähriges Bestehen am Wochenende groß gefeiert wird. Dazu haben Vorstand und Mitglieder allen Grund, denn der Verein ist in den letzten zehn Jahren auf über 160 Mitglieder angewachsen und damit sowohl einer der größten selbstständigen als auch einer der lebendigsten Wandervereine unter dem Dach des Knüllgebirgsvereins.

Wie Wanderfreund und Ortsvorsteher Rudolf Röhling betont, legt der von Wolfgang Möller geführte Verein großen Wert auf eine gute Kinder- und Jugendarbeit: „Mit 35 können viele Mitglieder schon auf ein Vierteljahrhundert Mitgliedschaft zurückblicken!“ Zu gegebener Zeit wird das auch beim siebenjährigen Julius Gerland der Fall sein, der schon immer gerne mit Papa Andreas wandern gegangen ist und der inzwischen locker zwölf Kilometer schafft. Darüber hinaus besucht er die vom Verein angebotenen Bastelnachmittage, zu denen die etwa 30 jungen Mitglieder eingeladen werden. Die Älteren von ihnen können außerdem an GPS-Wanderungen und Quiz-Wanderungen teilnehmen.

Wichtiges Getriebe der Vereinsgemeinschaft

„Es ist eine Erfolgsgeschichte, dass unser Verein so jung ist und dass das auch am Alter der Vorstandsmitglieder ablesbar ist“, sagt Wolfgang Möller. Mit berechtigtem Stolz verweist der in Tann wohnende erste Mann des Vereins darauf, dass die Spanne vom jüngsten Vereinsmitglied John Leutbecher (4) bis zum ältesten Vereinsmitglied Alfred Deiß (87) sage und schreibe 83 Jahre beträgt, und dass der Wanderverein ein wichtiges Getriebe der Vereinsgemeinschaft und des Dorfes ist.

Dem Dorf hat der Verein, der Kontakte zum Wanderverein im thüringischen Gerterode und zu Ludwigsaus Partnergemeinde Changé unterhält, mit Unterstützung des VR-Bankvereins eine Art Jubiläumsgeschenk gemacht. Am Winterberg haben an einer dafür wie geschaffenen Stelle am Wanderweg G 56 zehn Mitglieder auf Anregung von Wegewart Andreas Gerland eine Ruhebank aufgestellt, von der aus man einen wunderbaren Blick auf Gerterode hat.

Nach knapp 100 Arbeitsstunden war’s geschafft, und das Schönste dabei ist, dass jeder von der Hohen Buche in Richtung Gittersdorf ziehende Wanderer bei Bedarf und gegen Unkostenerstattung auf eine in die Erde eingelassene Getränkehöhle zurückgreifen kann. Wenn das kein Service ist.

Wie es zur Gründung kam

Die Idee, in Gerterode einen Wanderverein zu gründen, wurde 1977/78 geboren. Die Personen, die sich mit dem Gedanken befassten, hatten nicht unbedingt im Sinn, ihre Wanderleidenschaft in feste Vereinsbahnen zu fügen. Sie dachten vielmehr daran, neben dem „Pflichtverein“ Feuerwehr und dem schon bestehenden politischen Verein einen allgemeinen Verein ins Leben zu rufen, in dem jeder ohne irgendwelche Voraussetzungen oder Überzeugungen Mitglied werden können sollte. Von Anfang an sollte es auch keine Unterscheidung zwischen aktiven und passiven Mitgliedern geben, und es sollte keine Konkurrenz zu Nachbarvereinen entstehen. So kam es nach einer ersten Besprechung am 22. März 1979, bei der neun Interessenten ihren schriftlichen Beitritt erklärten, am 3. April 1979 zur Gründungsversammlung, bei der Erich Peiker zum ersten Vorsitzenden gewählt wurde.

Das Jubiläumsprogramm

Eröffnet werden die Jubiläumsfeierlichkeiten am Samstag, 29. Juni, 19 Uhr, mit einem Festkommers auf Wandersruh. Anschließend sind alle Gäste eingeladen zu einem gemütlichen Beisammensein mit Tanz und Musik. Am Sonntag, 30. Juni, treffen sich Mitglieder und Gäste um 9.30 Uhr am Dorfgemeinschaftshaus, wo drei unterschiedlich lange Wandermöglichkeiten vorgestellt werden. Alle Wege führen nach Wandersruh, wo um 13 Uhr zum Mittagessen eingeladen wird und ab 14 Uhr zu musikalischer Unterhaltung mit Blasmusik. Natürlich gibt es auch Kaffee und Kuchen.

Von Wilfried Apel

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