Schutzhütte demoliert

Vandalen wüten in Friedlos - Treibt eine Jugendgang ihr Unwesen?

Die Schutzhütte am Radweg R1: Bürgermeister Hagemann (oben) ist stolz auf den neuen Naturbeobachtungsstand. Jetzt ist er verwüstet worden.
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Die Schutzhütte am Radweg R1: Bürgermeister Hagemann (oben) ist stolz auf den neuen Naturbeobachtungsstand. Jetzt ist er verwüstet worden.

In Friedlos treibt offenbar eine Bande von Jugendlichen seit geraumer Zeit ihr Unwesen. So wurde in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag die neue Schutzhütte am Solztalweg verwüstet.

Ludwigsau – Bürgermeister Wilfried Hagemann schätzt den Schaden auf etwa 2000 Euro und hofft, dass der Bauhof der Gemeinde die Reparatur in Eigenleistung vornehmen kann.

„Wir haben aber schon das ganze Jahr über Probleme mit Vandalismus“, sagt der Bürgermeister. So habe es auch einen Einbruch in der Giegenberghütte gegeben, Vandalismus auf dem Friedhof, zahlreiche Aufbrüche und Schmierereien. „Auch in unserer Grundschule musste bereits mehrfach die Feuerwehr anrücken, weil dort Papierkörbe brannten“, berichtet Hagemann. „So was kann schlimm enden.“

Er vermutet eine Gruppe von fünf bis zehn Jugendlichen zwischen 15 und 17 Jahren aus Friedlos hinter den Vorfällen. Alle stammten aus dem Ortsteil. Die Gruppe sei der Polizei bekannt, sagt Hagemann. „Ich will hier niemand vorverurteilen“, stellt der Bürgermeister klar. Er habe bereits selbst Gespräche mit einigen der Jugendlichen geführt, die er hinter dem Vandalismus vermutet. „Natürlich gibt keiner zu, dabei gewesen zu sein, aber alle zeigen sich bestürzt und kapieren, was Sache ist“, meint Hagemann.

Die Beschädigung der Schutzhütte am Solztalweg sei für ihn besonders schmerzlich, weil er selbst das Projekt der Oberen Naturschutzbehörde, das vom RP gefördert wurde, vorangetrieben habe. Der Unterstand am Radweg R1 in der Nähe vom Hof Oberrode sei als Naturbeobachtungsstand in den Fuldaauen konzipiert und ist erst im Frühjahr fertigegestellt worden. „Diese Hütte wird von der Bevölkerung gut angenommen, deshalb tut mir der Vandalismus umso mehr weh“. Hagemann hat am gestrigen Freitag Anzeige gegen unbekannt erstattet.

Ein großes Loch ist jetzt in der Seitenwand der Schutzhütte am Radweg.

Zudem macht der Bürgermeister die Probleme in Friedlos auch deshalb über die Zeitung öffentlich, um so zur Wachsamkeit zu animieren und öffentlich Druck auf die mutmaßlichen Übeltäter zu erzeugen – auch um Schlimmeres zu verhindern.

Die Polizei hat bislang keine Kenntnis über eine Häufung von derartigen Vorfällen oder gar eine Jugendgang in Friedlos, erklärte eine Polizeisprecherin auf Anfrage unserer Zeitung. Man habe deshalb nun Kontakt mit der Gemeindeverwaltung aufgenommen. „Wenn eine Anzeige eingeht, werden wir natürlich ermitteln“, hieß es am Freitag dazu aus dem Polizeipräsidium in Fulda. (Kai A. Struthoff)

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