Irmgard Schmidt schreibt die Stücke

Das Theaterfieber steigt: Tanner Gruppe zeigt "Ein irres Haus"

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Alles im Kopf, alles im Haus: Mit den auf dem aktuellen Werbeplakat abgebildeten Mitgliedern der Theatergruppe des Radsportvereins Tann freut sich Irmgard Schmidt auf ein volles „irres Haus“. Das komplette Bild sehen Sie, wenn Sie auf das Kreuzchen oben rechts klicken.

"Ein irres Haus" heißt das neue Stück, das die Tanner Theatergruppe in gleich dreimal spielen wird. Geschrieben hat es Irmgard Schmidt. 

Wenn die Blätter fallen und das Ende der Sommerzeit absehbar ist, breitet sich im Besengrund stark ansteckendes Theaterfieber aus. Alle Jahre wieder.

Irmgard Schmidt hat es dann schon ein Jahr lang, denn die Friedloserin ist Jahr für Jahr diejenige, die das neue, alle infizierende Theaterstück ausbrütet. Meistens geht sie mit gleich zwei Ideen für das Werk schwanger. Schnell entwickeln sich in ihrem Kopf Fieberkurven, und dann dauert es auch nicht mehr lange, bis sie weiß, wie alles seinem Höhepunkt und seinem überraschenden Ende entgegensteuert. „Wenn ich erstmal so richtig dran bin, geht alles ganz schnell!“, erzählt die rastlos tätige Ludwigsauerin, die bei der Theatergruppe des Tanner Radsportvereins Stückeschreiberin, Spielleiterin, Fiebererregerin und Hausärztin in einem ist.

Jahr für Jahr schreibt sie dem harten Kern der Theaterspieler und denjenigen, die den Mut aufbringen, sich zum ersten Mal auf die Bühne der Radsporthalle zu wagen, Rollen auf den Leib. „Bis jetzt hat sich noch keiner beschwert, wenn ich gesagt habe: Das habe ich dir zugedacht“, berichtet die Junggebliebene, die ganz nebenbei auch noch regelmäßig nach Göttingen fährt und an der Georg-August-Universität Vorlesungen hört.

Was das Erfolgsrezept für ihre Stücke ist? „Ich beobachte das ganze Jahr über Leute. Ganz egal, ob sie im Café sitzen und sich unterhalten, oder ob es im Verein um ein bestimmtes Thema geht – was interessant ist, speichere ich in meinem Kopf und irgendwann krame ich es wieder hervor.“ Ihren Akteuren hilft sie außerdem dergestalt, dass sie bei demjenigen, der gerade dran ist, Anhaltspunkte und Stichworte in den Text „einbaut“, die den nächsten auf seinen Text kommen lassen oder ihm zumindest die Möglichkeit geben, sich irgendwie weiterzuhangeln: „So läuft’s!“

Dem Publikum gefällt’s, und da sich die Theatergruppe bei Organisation, Unterbringung und Bewirtung auf die Unterstützung des größten Tanner Vereins verlassen kann, fiebert die halbe Region immer im Oktober dem Tanner Theaterereignis entgegen.

Dieses Jahr wird übrigens zusätzlich zu den Abendvorstellungen mit Imbiss am Freitag, 25. Oktober, und am Samstag, 26. Oktober, jeweils um 19.30 Uhr, erstmals am Sonntagnachmittag, 27. Oktober, 14 Uhr, zu einer Vorstellung mit Kaffee und Waffeln eingeladen, die vor allem für Senioren gedacht ist. Der Eintritt ist wie immer frei. Um eine Spende wird gebeten.

Von Wilfried Apel

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