Ludwigsau, Hauneck und Haunetal

Smarte Boxen gegen den Lärm: Gemeinden sammeln jetzt Umweltdaten

Und im Hintergrund rumpelt die Bahn und dröhnt der Verkehr: Die Bürgermeister Harald Preßmann, Gerd Land und Wilfried Hagemann, Ortvorsteher Jörg Meckbach (vorn von links) sowie die E-Sensio-Geschäftsführer Carsten Uffenkamp und Johannes Schick (hinten von links) mit der Messtechnik, die in den Smart-Boxen steckt. Foto: Kai A. Struthoff

Die Gemeinden Ludwigsau, Hauneck und Haunetal machen jetzt gemeinsam mobil gegen den Lärm und sammeln Umweltdaten.

Die Gemeinden Ludwigsau, Hauneck und Haunetal machen jetzt gemeinsam mobil gegen den Lärm. Dazu werden entlang der Bahnstrecken und Bahntrassen sogenannte „Smart Boxes“ der Bad Hersfelder Firma E-Sensio installiert, die kontinuierlich Daten zum Lärm, aber auch über die Feinstaubbelastung, Temperatur, Luftfeuchte und UV-Einstrahlung erheben.

Am Dienstagmittag fiel in Reilos am Sportplatz der symbolische Startschuss für das Projekt. Dazu waren die drei Bürgermeister Wilfried Hagemann, Harald Preßmann und Gerd Lang sowie die E-Sensio-Geschäftsführer Johannes Schick und Carsten Uffenkamp nach Reilos gekommen. Hagemann sprach von einer „zukunftsweisenden“ Entscheidung. Die Bahn sei beim Thema Lärmschutz „sehr resistent, deshalb dokumentieren wir jetzt die nötigen Daten“, sagte er.

In Bad Hersfeld stehen bereits zehn dieser „Smart Boxen“ zwischen Helfersgrund und Eichhof, drei weitere in Friedlos, Reilos und Mecklar, sowie in Odensachen oder Meisebach und Neukirchen in Haunetal und in Hauneck und Sieglos sollen nun zu einem geschlossenen Messbild mit vergleichbaren Daten für die Region führen.

„Wir wollen uns damit bei unseren Nachbarn in Bad Hersfeld einklinken, denn wir brauchen verlässliche Zahlen, um bei Bund und der Bahn Druck für mehr Lärmschutz zu machen“, sagte Harald Preßmann – gerade auch mit Blick auf die geplante neue Schnellbahnstrecke Fulda-Gerstungen.

„Das Thema Lärm beschäftigt die Leute“, sagte auch Gerhard Lang, deshalb sei es nur vernünftig, wenn sich die betroffenen Gemeinden zusammenschließen. Das unterstrich auch der Reiloser Ortsvorsteher Jörg Meckbach, der in einer verlässlichen Datenerhebung auch ein „Stück Glaubwürdigkeit“ für die Bemühungen der vielen Bürgerinitiativen gegen die Lärmbelastung sieht.

Die „Smart-Boxen“ enthalten eine Platine, die mit den unterschiedlichsten Sensoren verbunden ist. Sie sind über das Internet mit einer Daten-Cloud verbunden, in der die Zahlen gesammelt werden. Rund 1000 Euro kostet jede Smart-Box, die nach Angaben von Johannes Schick mit einer Abweichung von maximal drei bis fünf Prozent die Daten misst.

Mit diesem Preis sind die kalibrierten „Smart-Boxen“ deutlich günstiger als offiziell zertifizierte Messstationen und daher auch für die einzelnen Gemeinden erschwinglich. Drei bis sechs Monate lang sollen nun, nach Auskunft von Bürgermeister Preßmann zunächst die Daten gesammelt und dann ausgewertet werden.

„Wenn verlässliche Daten vorliegen, werden wir damit beim Bund vorstellig werden, um eine deutliche Lärmentlastung für unsere Bürger zu erreichen“, kündigt Bürgermeister Preßmann kämpferisch an. kai 

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