Zahlen im Mittelpunkt

Schwarze Zahlen in Ludwigsau: Bürgermeister stellt Haushalt vor

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Ludwigsau ist früh dran: Aus der Hand von Bürgermeister Wilfried Hagemann nimmt Parlamentschef Peter Schütrumpf den Haushaltsplan für 2020 entgegen.

Haushalt und Nachtragshaushalt: Zahlen standen im Mittelpunkt der 26. Sitzung der Ludwigsauer Gemeindevertretung am Montagabend.

Korrigierte für den Nachtragshaushaltsplan für das laufende Rechnungsjahr 2019 und prognostizierte für den Haushaltsplan für das anstehende Haushaltsjahr 2020.

Der Nachtrag

Der Nachtragshaushaltsplan war vor allem wegen deutlich zu hoch angesetzter Schlüsselzuweisungen erforderlich – das Land stellt der Gemeinde 2019 etwa 750 000 Euro weniger als zunächst veranschlagt zur Verfügung. Darüber hinaus wegen der zeitlichen Verschiebung von Straßenbaumaßnahmen in das Jahr 2020 – dafür sollten nach der ursprünglichen Planung schon 2019 rund 1,4 Mio. Euro aus der Hessenkasse fließen, und auch deshalb, weil Ausgleichszahlungen vom Stromnetzbetreiber Tennet eingeplant waren, die noch nicht fällig gestellt werden konnten. Die Gemeindevertreter beschlossen daher im Wege des Nachtragshaushalts, dass sich im Ergebnishaushalt die Erträge um 2,387 Mio. Euro auf 10.441 Mio. Euro und die Aufwendungen um 2,073 Mio. Euro auf 10,360 Mio. Euro vermindern, und dass sich im Finanzhaushalt der Saldo um 313546 Euro auf 498862 Euro vermindert.

Der Entwurf 2020

Mit Blick auf den Haushaltsentwurf 2020 sprach Bürgermeister Wilfried Hagemann davon, dass man einmal mehr ein ausgeglichenes, den Zielen einer gedeihlichen Gemeindeentwicklung gerecht werdendes Zahlenwerk vorlege.

Der kreisweit einmalige Weg, den Haushalt mit Mitgliedern der SPD-Mehrheitsfraktion und der Wählergemeinschaft Ludwigsau vorab zu erörtern, sei auch diesmal erfolgreich beschritten worden. Angesichts dessen stehen sich im Entwurf des Ergebnishaushalts Erträge in Höhe von 12,482 Mio. Euro und Aufwendungen in Höhe von 12,346 Mio. Euro gegenüber. Daraus ergibt sich ein positives Jahresergebnis von 160705 Euro. Im Entwurf des Finanzhaushalts stehen sich Einzahlungen aus der Investitionstätigkeit in Höhe von 1,216 Mio. Euro und Auszahlungen hierfür in Höhe von 2,476 Mio. Euro gegenüber. Der geplante Endstand an Zahlungsmitteln schließt mit 3,367 Mio. Euro ab.

Die Investitionen

Im Ergebnishaushalt ragen Investitionen in Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit, Brandschutz, in Kindertageseinrichtungen und „wohl dosiert“ auch in das Wasser- und Abwassernetz (675000 Euro) heraus. Mit Hessenkasse-Mitteln soll darüber hinaus auch die Straßensanierung angegangen werden: „Nach entsprechenden Ortsbefahrungen wird aktuell eine Wertigkeit der Gemeindestraßen erstellt, die es zu beraten und abzuarbeiten gilt. Hierfür stehen 1,184 Mio. Euro zur Verfügung.“

Im Investitionshaushalt werden 100 000 Euro für die technologische Aufrüstung der Verwaltung, insgesamt 480 000 Euro für die Anschaffung eines LF 20 und eines TSF-W für die Feuerwehren Friedlos und Tann, 80 000 Euro für die Planung der atmosphärischen Optimierung der Kindergartenaußenbereiche in Friedlos und Gerterode und 311000 Euro für den „Platz der Generationen“ in Friedlos bereitgestellt (Landesförderung: 211000 Euro).

Der Rohrbachtal-Radweg soll für 80 000 Euro mit einem „Pumptrack-Park“ bereichert werden (Landesförderung: 64000 Euro), für die Planung des „Leuchtturmprojekts“ Tiny-House-Wohngebiet sind 50000 Euro vorgesehen und für die Errichtung einer Buswendeschleife in Oberthalhausen 163000 Euro.

Die Herkulesaufgabe

Als „große Herausforderung und Herkulesaufgabe“ bezeichnete der Rathauschef den haushaltsmäßig noch nicht abschließend erfassten Umgang mit der Teichkläranlage in Mecklar, die nicht mehr den geltenden Wertvorgaben entspreche. Eine mögliche Investition bewege sich im Bereich zwischen 1,6 und 3,6 Mio. Euro – je nachdem, ob vor Ort aufgerüstet werde oder ab das Abwasser aus Meckbach und Mecklar in Friedlos oder Bebra behandelt werde. apl

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