Neubau für 40 Millionen Euro

Wichtiger Knotenpunkt: Neues Umspannwerk in Mecklar nun am Netz

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Hier kommt der Strom an: Tennet-Geschäftsführer Tim Meyerjürgens (von links) erklärte Landrat Dr. Michael Koch und Staatssekretär Jens Deutschendorf, wie das neue Umspannwerk funktioniert.

Einer der wichtigsten Knotenpunkte der hessischen Energieversorgung ist am Donnerstag offiziell ans Netz gegangen: Das neue Umspannwerk in Mecklar. Kosten: 40 Millionen Euro.

Rund 40 Millionen Euro hat Netzbetreiber Tennet in die Erweiterung der Anlage investiert, die nun zu den größten Stromverteilern in der Mitte Deutschlands zählt.

Der Neubau, eine sogenannte gasisolierte Schaltanlage, bildet nun den Startpunkt für die Stromtrassen Mecklar-Dipperz (Fulda), Mecklar-Vieselbach (Erfurt) und den Endpunkt der Leitungen Borken-Mecklar sowie der geplanten und 230 Kilometer langen 380 000-Volt-Höchstspannungsleitung von Wahle (Niedersachsen) nach Mecklar, die spätestens 2024 in Betrieb gehen soll. Tennet-Geschäftsführer Tim Meyerjürgens deutete bei der Inbetriebnahme auch an, in den nächsten Monaten die Planungen für eine neue Höchstspannungsleitung von Mecklar nach Bergrheinfeld (Bayern) vorantreiben zu wollen.

Die Bauzeit des neuen Umspannwerks betrug fünf Jahre. Seitdem sind auf dem Areal neben der B 27 rund 200 000 Tonnen Erde bewegt worden. Die neue Schalthalle ist 75 Meter lang, zwölf Meter breit und zehn Meter hoch.

Staatssekretär Jens Deutschendorf (hessisches Wirtschafts- und Energieministerium) bezeichnete das neue Umspannwerk als wichtigen Faktor bei der Energiewende. Meyerjürgens sagte, die Anlage stärke maßgeblich die Versorgungssicherheit in Hessen. Schließlich verfüge sie über zwei zusätzliche Kompensationsspulen. Sie sollen dafür sorgen, Spannungsschwankungen – vor allem bei ins Netz eingespeister Wind- und Solarenergie – künftig binnen Sekunden aufzufangen und auszugleichen. Zudem ist das Umspannwerk von zwölf auf 19 Schaltfelder vergrößert worden. „Dadurch erhöhen wir die Übertragungsfähigkeit um 25 Prozent“, sagte ein Tennet-Techniker.

Während der Bauarbeiten hatte es aus Ludwigsau allerdings auch immer wieder Kritik an der Kommunikationspolitik Tennets gegeben. Ludwigsaus Bürgermeister Wilfried Hagemann: „Alles in allem sind wir mit dem Verlauf zufrieden. Ich finde aber, jetzt reicht es auch mit den Belastungen für Ludwigsau.“ (ses)

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