Naturschützer in den Biberwiesen

Bei Meckbach sind eifrige Dammbauer am Werk

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Täuschend echt wirkt dieses Prachtexemplar von Biber: Das ausgestopfte Tier empfing die Besucher auf dem Rundgang. Leider ließ sich kein echter Nager blicken.

Lange Zeit galt der Biber als ausgestorben, nun ist der eifrige Dammbauer in den Kreis Hersfeld-Rotenburg zurückgekehrt.

Lange Zeit galt der Biber als ausgestorben, nun ist der eifrige Dammbauer in den Kreis Hersfeld-Rotenburg zurückgekehrt. Aktuell trägt der Biber im direkten Umfeld der Ortschaften Meckbach und Mecklar zur Vernässung der Wiesen bei. Hier haben die Tiere durch ihre Bautätigkeit ein wahres Naturparadies geschaffen.

Das kalte Wetter hielt Umweltministerin Priska Hinz (7. von links) nicht davon ab, mit Naturschützern und Biberexperten in den Dialog zu treten. Michael Herzog vom Nabu-Kreisverband (links) erläuterte die Bedeutung des Projekts „Nasse Wiesen“ für die Kulturlandschaft. An den Bäumen im Hintergrund sind Spuren des Biberfraßes zu erkennen.

Um in den Dialog zu treten, besuchte Umweltministerin Priska Hinz mit Vertretern von Naturschutzverbänden, dem Naturschutzbund (Nabu) und der Unteren Naturschutzbehörde das Projekt „Nasse Wiesen“ bei Meckbach. „Der Naturschutz spielt auch in Hessen eine herausragende Rolle“, betonte Hinz bei dem gemeinsamen Rundgang. Besichtigt wurden nicht nur der kürzlich fertiggestellte Beobachtungsturm, der einen beeindruckenden Blick über das 50 Hektar große Projektgebiet eröffnet, sondern auch die „Biberwiesen“. Dort haben die fleißigen Nager bereits ganze Arbeit geleistet und fast ein Dutzend Burgen und Dämme errichtet. „Der Biber schafft nicht nur sich, sondern auch vielen weiteren Tier- und Pflanzenarten einen geeigneten Lebensraum“ erklärte Michael Herzog vom Nabu- Kreisverband. Während der Sommermonate sind dort unter anderem Libellen, Laub- und Grasfrösche sowie Fledermäuse heimisch.

„Unser Ziel ist es, einen Naturerlebnisraum zu schaffen, der Umweltschutz und Naherholung gleichermaßen vereint“, sagte Heinrich Wacker. Der Wasserbau-Experte ist für die Planung und gestalterische Umsetzung des Projekts „Nasse Wiesen“ verantwortlich. Ohne die Zusammenarbeit mit den ansässigen Landwirten sei dies allerdings nicht möglich. „Wir sind auf die Bereitstellung der Flächen angewiesen, um das Biotop erhalten zu können“, so Wacker.

Etwa 120 Biber sind bislang in Waldhessen zuhause, einige davon in den Bad Hersfelder Fuldawiesen. Dort wird mit Schildern auf den emsigen Baumfäller hingewiesen.

Der unter Naturschutz stehende Biber ist jedoch nicht überall so beliebt, mit seinen Dammbauten sorgt er für Überflutungen von Wiesen und Feldwegen. Dabei renaturieren die Tiere künstlich begradigte Flussläufe und tragen so zum ökologischen Gleichgewicht der Bachläufe in der Region bei.

Von Lisa Hirdes

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