Kleiner Ort ganz groß

Ludwigsauer Ortsteil Biedebach feierte sein 650-jähriges Bestehen

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Der Gedenkstein ist enthüllt: Bürgermeister Wilfried Hagemann, SPD-Landtagsabgeordneter Torsten Warnecke, CDU-Landtagsabgeordnete Lena Arnoldt, Landrat Dr. Michael Koch, Sandra Hess, Ortsvorsteher Jörg Karpenstein und Daniela Ebert vom Festausschuss und der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Peter Schütrumpf.

Die „am Ende der Welt“ wohnenden Biedebacher feierten mit Hunderten von Gästen das 650-jährige Bestehen des Dorfes.

In ungewohntem Umfang „strapaziert“ wurde am Sonntag die von Tann nach Biedebach führende Kreisstraße, denn die „am Ende der Welt“ wohnenden Biedebacher feierten mit Hunderten von Gästen das 650-jährige Bestehen des Dorfes.

Für ein halbes Jahr Vorbereitungszeit unglaublich groß, sodass es nicht weiter verwundert, dass fast alles, was Rang und Namen hat, vorbeischaute und gratulierte. Zuallererst Pfarrer Jörg Scheer aus Friedlos, der im vom Posaunenchor Reilos/Friedlos mitgestalteten Festgottesdienst betonte, dass es für das Zusammenleben von Menschen wichtig sei, Achtung voreinander zu haben, Rücksicht aufeinander zu nehmen und füreinander da zu sein. Bürgermeister Wilfried Hagemann sah das ähnlich und stellte im Rahmen des von Sandra Hess moderierten Festkommerses voller Bewunderung fest: „In Biedebach funktioniert die gegenseitige Unterstützung!“

Landrat Dr. Michael Koch gratulierte für die Kreisgremien und lobte: „Die kleinen Dörfer sind es, die das Besondere einer Kommune ausmachen!“ Natürlich hatte er auch ein „Flachgeschenk“ dabei. Nicht viel anders war es bei den Landtagsabgeordneten Lena Arnold (CDU) und Torsten Warnecke (SPD), der wie üblich mit einer Stracken auftrumpfte, und bei Karsten Klein und Wolfgang Weber, die für die Parlamentsfraktionen SPD und WGL gratulierten. Ludwigsaus Parlamentspräsident Peter Schütrumpf sprach die Nachhaltigkeit von Jahrhundertfeiern an und sicherte zu, dass er den Biedebachern zur Erinnerung an ihr großes Fest einen Baum spendieren werde. Der könnte neben dem vor dem Bürgerhaus von der Politprominenz enthüllten Gedenkstein stehen, denn dieser Platz ist bestens geeignet als Dorftreffpunkt.

Vom Werden und vom Auf und Ab des Dorfes im Biedebachtal berichteten Ortsvorsteher Jörg Karpenstein, Wilfried Albrecht, der Vorsitzende der Gesellschaft für Familienkunde Kurhessen-Waldeck, und der Ur-Biedebacher Werner Kehl. Insbesondere Kehl verstand es, interessante Bögen zu spannen – unter anderem von den sechs, um 1640 genannten Familien Apel, Capp, Geist, Paul, Scheffer und Wiegand bis in die heutige Zeit. In mühevoller Kleinarbeit hatte Kehl zusammen mit Bodo Schade „Puzzlearbeit“ geleistet und überraschend weit zurückreichende Familienstammbäume „gepflanzt“. Ein weiterer „Ackermann“ für Biedebach war Wulf König, der interessante Einzelheiten aus der von ihm in eine neue Form gebrachten alten Volksschulchronik vorstellte. Das Buch war vor vielen Jahren vom verstorbenen Vorsitzenden des Rotenburger Geschichtsvereins, Hans-Günther Kittelmann, auf einem Flohmarkt aufgestöbert worden.

Nach dem offiziellen Teil der Jahrhundertfeier bildeten sich lange Schlangen am Spießbratenstand von Matthias Schneider, später aber auch im Bürgerhaus an der reich bestückten Kuchentheke und vor den Tafeln, an denen Fotos von „anno dunnemals“ hingen und an der sich so mancher ehemalige „Biedebächer“ wiederentdeckte. Für Unterhaltung sorgten der „Junge Chor“ und Mitglieder der Volkstanzgruppe aus Tann, und natürlich ließ es sich Wulf König auch nicht nehmen, einige seiner Zauberkunststückchen vorzuführen. Wer wollte, konnte sich darüber hinaus noch alte Schlepper und Automobile, Zündapp-Motorräder sowie alte und neue Löschfahrzeuge anschauen. apl

Biedebach feierte 650-jähriges Bestehen

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