Minihäuser ins Rohrbachtal?

Tiny Houses in Ludwigsau: Baugebiet für moderne Mini-Häuser gesucht

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Wenn es nach der SPD im Ludwigsauaer Gemeindeparlament geht, könnte bald ein Baugebiet für Kleinhäuser auf Rädern ausgewiesen werden.

Ein modernes Haus auf dem Anhänger: Für solche mobilen Häuser überlegt die Gemeindevertretung in Ludwigsau, Baugebiete zu schaffen. 

Die Ludwigsauer Gemeindevertreter diskutierten im Bürgerhaus von Gerterode über die mögliche Ausweisung eines Baugebiets für Tiny Houses. Was das für Häuser sind? 

Auf sehr kleinen Grundstücken errichtete oder auch nur vorübergehend dort befindliche, fahrbare oder auch nur bewegliche, moderne Kleinhäuser. Sie stehen für „eine neue Form von Wohn- und Lebenskultur“ und passen in die von steigenden Bau- und Mietpreisen geprägte Zeit, argumentierte Frank Sandrock, der Vorsitzende der SPD-Fraktion.

Seine Partei hatte den Antrag gestellt, den Gemeindevorstand zu beauftragen, „für die Zurverfügungstellung von zusammenhängenden Bauplätzen für Kleinhäuser ein mindestens 2000 Quadratmeter großes, passendes Gebiet“ auszuweisen.

Bauplätze für Tiny Houses in Gerterode gesucht

Wie Sandrock herausstellte, seien Kleinhäuser „preislich unschlagbar“. Schon für rund 20 000 Euro könne man sich den Traum vom Eigenheim erfüllen. Man brauche sich nicht mehr zu verschulden, wenn man ein eigenes Dach über dem Kopf haben wolle. 

Gleichwohl seien Kleinhäuser, deren Wohnfläche in der Regel zwischen 25 und 50 Quadratmeter betrage, mit dem Wichtigsten ausgestattet, was man zum Leben brauche, und damit „ideal für sehr modern lebende Einzelbewohner oder Paare“.

Während Sandrock den SPD-Antrag als „innovativ“ lobte, ordnete ihn Hannelore Lehn (Wählergemeinschaft Ludwigsau) als „interessant“, aber „verfrüht“ ein. Erst einmal sei zu prüfen, ob es überhaupt Grundstücke für Kleinhäuser gebe, ob Nachfrage vorhanden sei und welche Kosten auf die Gemeinde zukämen. 

Klaus Nöding (Bürger für Ludwigsau) meinte: „Der Antrag könnte von mir sein, aber er geht zu weit.“ Folgerichtig sprach sich der Ersröder dafür aus, dass der Gemeindevorstand erst einmal prüfen und nicht gleich ausweisen solle. 

Tiny Houses als moderne und mobile Häuser

Das wiederum rief Rainer Koch (SPD) auf den Plan, der betonte, dass man Aktivitäten an den Tag legen müsse, wenn man neue Wege gehen wolle.  Mit dem Antrag wolle seine Fraktion nichts anderes, als dass der Gemeindevorstand suche. Später sei es gegebenenfalls Sache der Gemeindevertretung, über einen Bebauungsplan zu beschließen. 

„Auch wenn es so etwas im Landkreis noch nicht gibt, darf man das Ganze doch nicht gleich zerreden!“, unterstrich der Friedloser, der im Übrigen darauf hinwies, dass die Gemeinde angesichts der aktuell laufenden Dorferneuerung keine neuen Bebauungspläne auf den Weg bringen könne. „Vielleicht können wir mit den Tiny Houses ja auch insoweit neue Wege beschreiten!“

Dem verschloss sich das Hohe Haus letztendlich nicht, als es einstimmig einem von Klaus Nöding formulierten Abänderungsantrag zustimmte, in dem es ausdrücklich heißt, dass der Gemeindevorstand beauftragt wird, ein in Betracht kommendes Kleinhaus-Baugebiet zu suchen und die weitere Planung vorzubereiten. (lö)

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