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Gemeindevertretung beklagt „unhaltbare Zustände“ im Unternehmenspark

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Ehre, wem Ehre gebührt: Der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Patrick Kuhn, und Bürgermeister Wilfried Hagemann haben Thomas Heinz zum Ehrenwehrführer ernannt. Mit dabei der stellv. GBI Sebastian Lehn (von links).
Ehre, wem Ehre gebührt: Der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Patrick Kuhn, und Bürgermeister Wilfried Hagemann haben Thomas Heinz zum Ehrenwehrführer ernannt. Mit dabei der stellv. GBI Sebastian Lehn (von links). © Kai A. Struthoff

Die Ludwigsauer Gemeindevertretung beklagte in ihrer jüngsten Sitzung „unhaltbare Zustände“ im Umfeld des DHL-Logistikzentrums im Unternehmenspark Ludwigsau.

Ludwigsau – Im Weißen Rössl am Wolfgangsee, da steht das Glück vor der Tür, heißt es in der bekannten Operette. Beim Weißen Rössl in Ludwigsau hingegen, liegt das große DHL-Logistikzentrum quasi vor der Tür – und eben dieses beschäftigte auch die Gemeindevertreter von Ludwigsau bei ihrer Sitzung am Mittwochabend im großen Versammlungssaal der Traditionsgaststätte in Mecklar.

Die SPD wollte in einer Anfrage wissen, es mit dem „ungeordneten Lkw-Anliegerverkehr“ bei DHL und den Sanitäranlagen für die Fahrer weitergeht. In seiner Antwort auf diese Anfrage teilte Bürgermeister Wilfried Hagemann den Gemeindevertretern mit, dass nach dem „Wechsel der Verantwortlichkeiten“ bei DHL das Projekt Lkw-Aufstellflächen „nicht weiter verfolgt“ werde. Wie berichtet, hatte die bisherige Niederlassungsleiterin Gabriele Schulz andere Aufgaben im Konzern übernommen, neuer Geschäftsführer in Ludwigsau ist jetzt Tim Erdmann.

Hagemann berichtete weiter, dass die Hessische Landgesellschaft (HLG) nun angekündigt habe, die „sehr hohen Entwicklungskosten für die Bauleit- und Erschließungskosten sowie die Grunderwerbskosten“ der DHL in Rechnung zu stellen.

„Das Projekt hängt in der Luft und wir müssen davon ausgehen, dass nichts passiert“, fasste Max Braun (SPD) die Antwort Hagemann zusammen und kritisierte erneut die „unhaltbaren Zustände“ im Umfeld des DHL-Geländes. Er regte an, über Alternativen nachzudenken. Eine solche könnte die Verpachtung der vorgesehenen Stellflächen an einen Investor sein, der dort zum Beispiel auch einen Imbiss-Betrieb zur Versorgung der Trucker etablieren könnte.

Bürgermeister Hagemann versicherte, dass man sich gemeinsam mit der HLG und der Wirtschaftsförderung des Kreises sehr wohl über Alternativen Gedanken mache. Inzwischen habe der Lkw-Verkehr allerdings deutlich abgenommen, weil ein Teil der DHL-Lagerhallen nicht mehr belegt sei. Die ganze Thematik soll nun bei einem Treffen der Altgesellschafter des Unternehmensparks in der kommenden Woche erneut diskutiert werden. Die DHL in Ludwigsau ließ eine Anfrage unserer Zeitung bis zum Redaktionsschluss unbeantwortet.

Neben einigen stets einstimmig gefassten Beschlüssen war die Verleihung des Titels „Ehrenwehrführer“ an Thomas Heinz aus Rohrbach der Höhepunkt der Gemeindevertretersitzung. In seiner Laudatio lobte Bürgermeister Hagemann das „richtungsweisende, durchdachte und geplante“ Handeln von Heinz als langjährigem Wehrführer in Rohrbach. Er hatte dieses Amt von 1995 bis 2022 inne. „Du bist immer vorweg gegangen und hast nichts dem Zufall überlassen“, sagte Hagemann und würdigte die sozialen, kollegialen und kooperativen Charaktereigenschaften von Heinz, der sein Amt inzwischen „für die Jugend geöffnet und an seinen Nachfolger Kevin Krotsch übergeben habe.

In einer kleinen Rede danke Thomas Heinz der Gemeindevertretung für den Ehrentitel. „Es hat jede Minute Spaß gemacht“, sagte Heinz und lobte die gute Zusammenarbeit mit dem Gemeindebrandinspektor und den Nachbarwehren. „Der einzige Beigeschmack an der Ehrung ist, dass man mit der Zeit auch älter geworden ist.“ (Kai A. Struthoff)

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