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Ludwigsau bleibt schuldenfrei: Bürgermeister stellt Finanzplanung für 2018 vor

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Zum letzten Mal: Bürgermeister Thomas Baumann überreicht seinen Haushaltsentwurf an den Vorsitzenden der Gemeindevertretung, Peter Schütrumpf (links). Foto: Struthoff

Ludwigsau. Sollte an diesem Abend bei ihm doch ein wenig Wehmut mitgeschwungen haben, so hat er das gut kaschiert: Kühl, sachlich und kompetent wie immer stellte Thomas Baumann seinen Haushaltsentwurf für das Jahr 2018 dem Gemeindeparlament vor.

Es ist sein letzter Haushalt nach fast 24 Jahren als Bürgermeister von Ludwigsau.

Das Zahlenwerk trägt jene Handschrift, die Ludwigsau über so viele Jahre geprägt hat. Die Gemeinde bleibt weiterhin schuldenfrei – als eine von ganz wenigen Kommunen in Hessen. Und wie üblich sparte Baumann auch nicht mit Kritik an der Finanzausstattung der Kommunen durch die Landesregierung. Die von vielen erwarteten Korrekturen beim Finanzausgleich seien nicht eingetreten. Mit Blick auf das bevorstehende Wahljahr erwarte er aber doch noch positive Auswirkungen und nannte als Beispiel die neue Hessenkasse.

Ein kleines Polster

Im Verwaltungshaushalt für 2018 stehen Einnahmen von 10,1 Millionen Euro Aufwendungen von 9,7 Millionen Euro gegenüber. Im Finanzhaushalt schlagen Einnahmen von 1,2 Millionen Euro und Ausgaben von 2,2 Millionen Euro zu Buche. Durch Umschichtungen bliebe unter dem Strich ein Finanzmittelbestand von 240 000 Euro rechnete Baumann vor – „zwar kein dickes Polster, aber immerhin ein Polster“. Deshalb bleiben auch die Hebesätze der Grundsteuer A und B unverändert bei 390 beziehungsweise 360 Prozent – das entspreche den Mindestquoten in Hessen.

Der Bürgermeister lobte auch die Gewerbesteuerentwicklung als positiv dank großer Baumaßnahmen im Gemeindegebiet, kritisierte aber, dass das Mehr an Einnahmen auf die Kreis- und Schulumlage umgerechnet und an den Landkreis abgeführt werde. Baumann stellte nach Gesprächen mit dem Landrat aber eine Korrektur dieser Praxis in Aussicht.

Insgesamt seinen bei den Haushaltsberatungen 172 Vorschläge der Bürger und Parteien auf ihre Finanzierbarkeit überprüft worden. Daraus leiten sich auch die Investitionen der Gemeinde ab. Das „Großprojekt“ von Ludwigsau blieben Sanierung, Umbau und Erweiterung der Kindertagesstätte in Friedlos. Doch auch in den Brandschutz werde investiert – so etwa in das Feuerwehrgerätehaus in Ersrode oder in ein neues Fahrzeug für die Löschgruppe 1, das bereits bestellt wurde. Als weitere größere Projekte nannte Baumann den Ausbau des Radwegs im Rohrbachtal, den sogenannten „Bürgerpark“ in Friedlos und die Renaturierung des Meckbachs.

Stolz betonte er, dass auch freiwillige Programme wie etwa die Unterstützung der Schulsozialarbeit, der Jugendarbeit, der Kirchengemeinden oder die Buszubringertransporte weitergeführt werden.

Einstimmig wurde der Haushaltsentwurf in die Ausschlüsse zur Beratung übergeben, bevor Bürgermeister Baumann, „wie in den letzten Jahrzehnten“ das dicke Zahlenwerk an dem Vorsitzenden der Gemeindevertretung Peter Schütrumpf überreichte.

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