FWG-Kandidat ist gerne in der Natur

Landtagskandidat Dr. Claus Wenzel: "Bildung ist Investition in die Zukunft"

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Verbringt seine Freizeit gerne draußen mit den Kindern: Dr. Claus Wenzel von der Freien Wählergemeinschaft.

Am 28. Oktober wählt Hessen einen neuen Landtag. Wir stellen die sieben Direktkandidaten des Wahlkreises 10 (Rotenburg) vor. Diesmal ist es Dr. Claus Wenzel (Freie Wähler) aus Wehretal.

Dr. Claus Wenzel schmunzelt. Wenige Sekunden zuvor wurde er darauf angesprochen, dass auf seiner Homepage zu lesen ist, dass er gerne Kultusminister werden würde – ein nicht gerade alltäglicher Berufswunsch. „Na, ich komme ja aus dem Bereich Bildung, und die ist die wichtigste Investition in die Zukunft“, erklärt der 44-jährige Berufsschullehrer seine durchaus ehrgeizige Ambition; so fern sei da der Posten des Kultusministers nicht.

Doch auch wenn das nicht klappen sollte, möchte er etwas bewegen – im Bereich der Bildung, aber auch allgemein. Aufstellen lassen hat er sich deshalb als Landtagskandidat der Freien Wähler, die er, wenn es in diesem Jahr noch nicht klappen sollte mit dem Einzug in das hessische Parlament, allerspätestens in zehn Jahren dort sieht. „Mein Anspruch ist es, kontinuierlich an etwas zu arbeiten, nicht erst vor einer Wahl“, stellt der Vater zweier Söhne klar.

Diese Kontinuität gelte auch für sein Privatleben, sagt der groß gewachsene Mann, der in seinem Elternhaus lebt und nur zum Studieren weggezogen ist. „Wenn man etwas macht, dann auch richtig“, sagt er. So habe er jahrelang bei der Tanzband Sloopys auf der Trompete gespielt, „das hat so richtig viel Spaß gemacht“, erzählt er und seine Augen fangen an zu leuchten; prompt wird zur Hörprobe eine CD eingelegt. „Wir haben Silvester auf Sylt und im Sommer auf dem Johannisfest gespielt.“

Doch weil immer weniger Zeit blieb, um sich angemessen mit dem Musizieren zu beschäftigen, gab er das auf. Stattdessen gibt es jetzt Anderes, was in den Fokus gerückt ist: seine beiden Söhne etwa, drei und acht Jahre alt. „Zum Runterkommen spiele ich viel mit denen, auch draußen.“ Denn dort sei sowieso sein Revier, entweder beim Wandern oder der Gartenarbeit.

Drinnen wird – sobald die Hausarbeit erledigt ist, „ich bin ein emanzipierter Mann“ – vor allem gelesen: Entweder skandinavische Krimis, „die meine Frau aber noch viel lieber liest als ich“, Bücher mit den Söhnen oder Fachliteratur für die Schule. Denn neben seinem Wirtschafts- und Religionsunterricht mit den Schülern sei er auch mit einer halben Stelle an das Schulamt in Bebra abgeordnet – und erstellt seit 2014 Abituraufgaben für das Fach Religion. „Bei mir einzubrechen lohnt sich aber nicht, die Daten sind alle verschlüsselt“, sagt er und schmunzelt wieder.

Ernst wird er, wenn es um die Politik geht: „Ich bin der einzige Kandidat aus dem Wahlkreis 10, der einen Sitz in der Gemeindevertretung hat“, betont er, „ich kenne also die Belange der Bürger.“ Einsetzen möchte er sich für die komplette Abschaffung der Kindergartengebühren und der Straßenausbaubeiträge sowie für die Stärkung der Region als Wirtschaftsstandort.

Zur Person

Dr. Claus Wenzel wurde in Eschwege geboren und ist in Vierbach aufgewachsen, wo er immer noch lebt. 1993 hat er am Beruflichen Gymnasium in Eschwege sein Abitur gemacht, anschließend war er ein Jahr bei der Bundeswehr in Homberg/Efze stationiert. Nach einer Ausbildung zum Industriekaufmann entschloss sich der heute 44-Jährige, Wirtschaftspädagogik in Kassel zu studieren; seitdem ist er Diplom-Handelslehrer. Bevor er 2001 sein Referendariat an den Beruflichen Schulen begann, wo er anschließend übernommen wurde und seitdem tätig ist, mittlerweile als Oberstudienrat, absolvierte er ein sechswöchiges Praktikum im Bundestag bei Friedrich Merz (CDU). „Dort bin ich öfter mit Horst Seehofer im Fahrstuhl gefahren, privat ist der total nett“, erzählt Wenzel, der in der Oberstufe in die Junge Union eingetreten und später bei der CDU politisch aktiv war, sich seit 2016 aber den Freien Wählern zugehörig fühlt. Wenzel ist verheiratet und hat zwei Söhne.

Kandidaten kurz und knapp 

1. Die Breitband-Versorgung ist … wichtig, um den Wirtschaftsstandort zu stärken und standortunabhängige Arbeitsplätze zu schaffen beziehungsweise zu verlagern.

2. Die ärztliche Versorgung verbessere ich, indem ich … Kommunen unterstütze, selbst Arztpraxen einzurichten, um diese zu verpachten beziehungsweise Ärzte einzustellen.

3. Die Abschaffung der Straßenbaubeiträge finanziere ich … durch Landesmittel.

4. Die Polizei im Kreis muss … respektiert und unterstützt werden.

5. Unsere Kinder bekommen in der Schule … hoffentlich was beigebracht.

6. Die Feuerwehren müssen in der Zukunft … bedarfsgerecht ausgestattet werden, um ihre Aufgaben professionell zu erfüllen.

7. Die Landtagswahl wäre für mich ein Erfolg, wenn … ich 6,5 Prozent erreiche.

8. Wenn ich mal keine Politik mache, dann … spiele ich mit meinen beiden Kindern, gehe wandern oder lese.

9. In meinem Lieblingsrestaurant bestelle ich am liebsten … Schnitzel. Generell mag ich aber das Essen meiner Frau am liebsten.

10. Als Lesestoff besonders beeindruckt hat mich in letzter Zeit … Trümmerkind von Mechthild Borrmann. Das hat mich demütig gemacht.

11. Wenn ich für einen Tag Bundeskanzler wäre, könnte ich … einige Minister entlassen.

12. Diese Marotte würde ich mir am liebsten abgewöhnen: Unter die Pizza zu schauen, um nachzusehen, ob der Teig zu schwarz ist.

13. Mit diesen drei Eigenschaften würden mich meine besten Freunde beschreiben: ehrlich, zuverlässig, hartnäckig.

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