Landkreis will freiwillige Leistung einstellen - Schüler und Kindergartenkinder getroffen

Kompromiss für Zubringerbus in Oberthalhausen und Emmerichsrode?

Ludwigsau. Im Konflikt um den Zubringerbusdienst für 13 Schüler und drei Kindergartenkinder aus den Ortsteilen Oberthalhausen und Emmerichsrode zeichnet sich möglicherweise ein Kompromiss ab. Der Kreis hatte angekündigt, den Zubringerdienst zur Bushaltestelle in Niederthalhausen ab dem 10. Dezember einzustellen (wir berichteten).

Es handelt sich dabei um eine freiwillige Leistung des Kreises. Hintergrund waren angeblich steigende Preise für den Busdienst. Gegen die Entscheidung des Kreises gab es Proteste vor allem seitens der betroffenen Familien.

Einstimmig hat die Gemeindevertretung nun beschlossen, sich an einer Drittelfinanzierung gemeinsam mit dem Kreis und einem noch zu gründenden Förderverein der Eltern zu beteiligen. Dafür müsste die Gemeinde 13.000 Euro aufbringen, womit allerdings auch der Transport der Kindergartenkinder gesichert wäre. Unklar sind noch die tatsächlichen Kosten für den Zubringerdienst. Dabei käme es auch auf Verhandlungen mit einem entsprechenden Busunternehmen an. 

Niederthalhausen und Emmerichsrode sind nicht an das Netz des ÖPNV angeschlossen. Zudem besteht in den Ortslagen auch keine Wendemöglichkeit für große Busse.

In der Diskussion kritisierte der Fraktionschef der BFD, Stephan Braun, die Entscheidung des Landkreises den Zubringerbus einzustellen. „Man kann so verfahren, muss es aber nicht“, sagte er und forderte, dass einzelne Ortsteile nicht „rausgepickt“ werden dürften, mit der Folge, dass die Kinder dort „von der Bildung abgeschnitten werden.“ 

Für die SPD betonte Patrick Kuhn die Bedeutung des ÖPNV im ländlichen Raum: „Es muss weiter den Schülerbus geben,“ der angestrebte Kompromiss könne aber nur eine Zwischenlösung sein. Ziel sei daher vielmehr, ab 2020 auch Oberthalhausen und Emmerichsrode an das Liniennetz anzubinden. (kai)

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