Welt-Down-Syndrom-Tag

Integration im Kindergarten: Ivy ist immer dabei

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Sind glücklich mit ihrem besonderen Kind: Simone Dahlmann-Pearce (links) und Will Pearce mit Ella und Ivy, die das Down-Syndrom hat.

Tann - Der 21. März ist Welt-Down-Syndrom-Tag. Simone Dahlmann-Pearce aus Tann, Mutter eines Kindes mit Down-Syndrom, möchte das Bewusstsein für die Thematik steigern.

Ivy ist ein fröhliches, selbstbewusstes Mädchen. Sie weiß, was sie will und wie sie sich verständlich machen kann, auch wenn sie noch nicht sprechen kann. Ivy ist zweieinhalb Jahre alt und hat das Down-Syndrom. Seit Januar besucht sie die Kindertagesstätte in Friedlos.

Dort marschiert sie jeden Tag mit einem Strahlen im Gesicht in die Gruppe, nachdem sie sich kurz von ihrer Mama verabschiedet hat. Kontakt mit anderen Menschen aufnehmen, ist ihre Stärke. Dem freundlichen Lächeln und Winken kann sich kaum jemand entziehen.

In der Gruppe hat Ivy ihre festen Rituale: Erst einmal gucken, wer alles da ist, dann mit einer Erzieherin den Magneten mit ihrem Namen an die Tafel setzen.

Ivy besucht eine sogenannte Nestgruppe. Das ist, so erklärt Erzieherin Laura Mohr, eine Eingangsgruppe für Kinder im Alter von zwei bis vier Jahren, die ihnen die Eingewöhnung in den Kindergarten erleichtern soll. 18 Kinder werden dort von drei Erzieherinnen betreut.

„Ivy macht alles mit. Sie hat keinen Sonderstatus, sondern ist wie jedes andere Kind in der Gruppe“, erzählt Laura Mohr. Ivy malt und bastelt, sie isst gemeinsam mit den Kindern und geht mit ihnen spazieren. Bei Bedarf erhält sie zusätzliche Unterstützung.

Für Kinder wie Ivy, die nicht sprechen können, gibt es eine Gebärdensprache, mit der sie sich ausdrücken können. Die versucht nicht nur die Familie dem kleinen Mädchen beizubringen, auch im Kindergarten wird die Gebärdensprache immer wieder eingesetzt, zum Beispiel auch bei Liedern und Fingerspielen, sagt Mohr.

Von den anderen Kindern werde das kleine Mädchen mit Down-Syndrom gut aufgenommen und bei Bedarf auch auch unterstützt, berichtet die Erzieherin. Wenn Ivy zum Beispiel die Kiste mit den Bausteinen ausgeräumt habe, seien andere Kinder immer bereit, ihr beim Wiedereinräumen zu helfen. Dabei kann Ivy das eigentlich auch selber ganz gut. „Sie ist sehr selbständig“, lobt Laura Mohr.

Das liegt nicht nur an den Bemühungen ihrer Eltern, die Ivy bestmöglich fördern wollen, sondern auch an der großen Schwester Ella. Sie verstehe Ivy oft besser als die Eltern, erzählt sie und versichert, dass die Schwestern zusammenhalten – auch wenn es darum geht, Dinge zu tun, die eigentlich nicht erlaubt sind, Bälle im Zimmer herumwerfen, zum Beispiel, gesteht Ella.

Ob die Förderung, die Ivy erhält, wirklich ausreichend ist, ist eine Frage, die Simone Dahlmann immer wieder bewegt. Sollte noch mehr getan werden für ihre Tochter? Wäre sie vielleicht in einem heilpädagogischen Kindergarten, den es aber im Landkreis nicht gibt, besser aufgehoben? Oder ist es für sie am besten, ein ganz normales Mitglied der Kindergartengruppe zu sein? Simone Dahlmann schätzt die engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Frühförderzentrums, würde sich aber noch mehr Fördermöglichkeiten speziell für Kinder mit Down-Syndrom in der Region wünschen.

Mit diesem Wunsch ist sie nicht alleine, hat sie von anderen Familien mit besonderen Kindern erfahren, die sich regelmäßig in einer Elterngruppe treffen.

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